Unschöne Bilanz vor 1 Stunde

Kantonspolizei musste über Festtage 34 Mal wegen häuslicher Gewalt ausrücken

St.Galler Polizistinnen und Polizisten sind zwischen Weihnachten und Neujahr im Durchschnitt mehr als drei Mal täglich wegen Fällen von häuslicher Gewalt ausgerückt. Meist war es zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Paaren und in Familien gekommen.

Von kapo/red
aktualisiert vor 16 Minuten

Insgesamt rückte die Kantonspolizei St.Gallen über die zehn Tage während Weihnachten und Silvester bis Neujahr an 34 Fälle von Häuslicher Gewalt aus. In 25 Fällen kam es gemäss jetzigem Kenntnisstand zu keinen strafrechtlich relevanten Vorgängen. In diesen Fällen standen verbale Streitigkeiten zwischen Paaren oder in Familien im Vordergrund.

Die intervenierenden Polizistinnen und Polizisten konnten die Situationen vorläufig beruhigen und einstweilige Strategien zur Konfliktvermeidung aufzeigen. Die involvierten Personen wurden auf mögliche Beratungsangebote aufmerksam gemacht und wo gewünscht die Personalien an solche Stellen übermittelt. In all diesen Fällen werden die örtlich zuständigen Sozialbehörden über die Interventionen der Polizei informiert.

Mit einer Schusswaffe gedroht

In neun Fällen kam es zu strafrechtlich relevanten Vorgängen. Die Spannweite der Fälle erstreckte sich dabei von Tätlichkeiten bis hin zu schweren Drohungen, in einem Fall gar mit einer Schusswaffe. In fünf Fällen konnte eine Trennung zwischen den involvierten Personen durch ein freiwilliges Verlassen des Wohnortes durch die gewaltausübende Person erreicht werden. In drei Fällen verfügte die Kantonspolizei St.Gallen ein vierzehntägiges Kontakt- und Rayonverbot für die gewaltausübende Person. In einem Fall wurde die drohende Person zudem festgenommen.

Alle Fälle werden an die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen rapportiert. Gleichzeitig wurden auch die in diesen Fällen involvierten Personen auf Beratungsangebote hingewiesen oder ihre Personalien dorthin übermittelt. Auch die Sozialbehörden erhalten in diesen Fällen Kenntnis von den Ereignissen. 

Kampagne der Polizei

In allen Fällen zusammen waren knapp 90 Personen direkt involviert oder davon betroffen. Von ihnen haben ein wenig mehr als die Hälfte eine ausländische Staatsbürgerschaft, den Wohnsitz aber in der Schweiz. Etwas mehr als ein Dutzend der betroffenen Personen waren Kinder vom Säuglings- bis ins Jugendalter. 

Die Kantonspolizei St.Gallen hat erst kürzlich im Rahmen der Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» ihr Engagement rund um häusliche Gewalt thematisiert und im Rahmen dieser Aktionstage diverse Zahlen rund um das Thema in einer Onlineserie präsentiert. Die Zusammenfassung der Aktion kann unter Schutz beginnt beim Hinsehen – Fokusbericht Kantonspolizei St.Gallen eingesehen werden.

Abo Aktion schliessen
News aus der Region?

Alle Geschichten, alle Bilder

... für nur 12 Franken im Monat oder 132 Franken im Jahr.