KI-Kurs 05.08.2026

Kennt die KI mein Ablaufdatum?

«Wann gehen bei uns die Lichter aus? Künstliche Intelligenz wagt sich an die ewige Frage nach dem Lebensende – und liefert statt Orakelsprüchen einen nüchternen Blick unter die Motorhaube. Wer die eigene Restlaufzeit berechnen lässt, erfährt weniger über das Todesdatum als über den aktuellen Servicebedarf. Und stellt fest: Nicht die reine Lebensdauer zählt, sondern die Frage, ob wir mit 85 noch Treppen steigen oder nur noch auf den Pannenstreifen warten.»

Von Christoph Paul
aktualisiert am 05.08.2026

Wir Menschen wollen vieles nicht wissen. Den Kontostand nach den Ferien. Den Kaloriengehalt des Nussgipflis. Und schon gar nicht den Tag, an dem das Licht ausgeht. Trotzdem befragte ich die KI nach meiner Lebenserwartung.

Die Maschine reagierte nicht wie eine Wahrsagerin, sondern wie eine übermotivierte Krankenkasse. Alter? Gewicht? Rauchen? Alkohol? Schlaf? Bewegung? Blutdruck? Familiengeschichte? Bauchumfang? Am Ende konnte sie eine Zahl ausspucken: 84. Vielleicht 91. Mit genau einer Nachkommastelle täuscht sie pure Wissenschaftlichkeit vor.

Natürlich kennt sie mein Todesdatum nicht. Sie weiss nicht, ob ich mit 93 friedlich einschlafe, mit 81 im Alpstein schlappmache oder morgen auf dem Töff falsch entscheide. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Nicht Schicksal.

Der Arzt und Autor Peter Attia stellt deshalb die klügere Frage: Nicht nur, wie lange leben wir – sondern wie lange leben wir gut? Hundert werden klingt grossartig. Die letzten fünfzehn Jahre zwischen Sofa, Arztpraxis und Medikamentenschachtel zu pendeln, eher weniger. Er unterscheidet zwischen Lebensdauer und gesunder Lebenszeit.

Seine Botschaft: Die Krankheiten, die uns später erwischen, beginnen oft Jahrzehnte früher. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Stoffwechselprobleme und geistiger Abbau schicken Vorboten. Wir öffnen nur selten.

Dann kommt die grösste Zumutung: Das stärkste Mittel für ein langes, gesundes Leben ist kein teures Pulver aus Kalifornien. Es ist Bewegung. Ausdauer. Kraft. Gleichgewicht. Dazu Schlaf, vernünftiges Essen und emotionale Gesundheit. Alles ohne Influencer-Code.

Die bessere Frage lautet deshalb nicht: «Wann sterbe ich?» Sondern: «Was muss ich heute tun, damit ich mit 85 noch Treppen steige, einen Koffer hebe oder mit den Enkeln mithalte?»

Die KI ist kein Orakel. Sie ist eher der digitale MFK-Prüfer für den Körper. Sie sagt nicht, wie lange der Motor läuft. Aber sie erkennt, wo Öl fehlt, die Bremsen schleifen und die Fahrerin seit Jahren behauptet: Das geht schon noch.

Entscheidend ist nicht das Ablaufdatum. Entscheidend ist der Zustand kurz davor.
Wer die Restlaufzeit prüfen möchte, startet den Prompt. Keine Garantie, keine Panik, keine Kristallkugel – nur ein KI-Check. Danach kennt man nicht das Alter, aber den Service.

Fragen und Inputs an rheintaler@pushpush.ai

 

PROMPT – Mein Longevity-Check

Rolle
Du bist mein unterhaltsamer, wissenschaftlich vorsichtiger Langlebigkeits-Coach. Du orientierst dich an den Grundideen aus Peter Attias Buch «Outlive»: gesunde Lebenszeit, frühe Prävention, Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stoffwechsel und emotionale Gesundheit.

Aufgabe
Finde heraus, welche Gewohnheiten meine gesunden Lebensjahre fördern – und wo bei mir etwas Service fällig sein könnte.
Stelle mir immer nur eine Frage auf einmal und höchstens 12 Fragen insgesamt.
Frage nach:
•    Alter, Grösse, Gewicht und Bauchumfang
•    Rauchen und Alkohol
•    Bewegung, Ausdauer und Krafttraining
•    Schlaf und Schnarchen
•    Ernährung
•    Stress, Stimmung und soziale Kontakte
•    bekannten Erkrankungen und Medikamenten
•    Blutdruck und optional vorhandenen Blutwerten
•    wichtigen Krankheiten in der Familie
•    Dingen, die ich mit 80 oder 90 noch können möchte

Ziel
Erstelle ein persönliches Bild davon, wie gut ich heute für ein langes und möglichst selbstständiges Leben aufgestellt bin.

Format
Gib mir anschliessend:
A.    meinen humorvollen Longevity-Typ
B.    eine Bewertung von 0 bis 10 für Bewegung, Schlaf, Ernährung, Stoffwechsel und emotionale Gesundheit
C.    meine drei stärksten Schutzfaktoren
D.    meine drei grössten möglichen Baustellen
E.    drei konkrete Verbesserungen
F.    einen einfachen 14-Tage-Plan

Ausarbeitung
Schreibe verständlich, leicht frech und ohne Angst zu machen. Nutze konkrete Beispiele aus meinen Antworten. Keine allgemeinen Tipps wie «mehr bewegen», sondern klare Vorschläge, die zu meinem Alltag passen.
Zum Schluss darfst du mir rein zum Spass einen Alterskorridor nennen. Sage aber deutlich, dass eine KI weder mein Todesdatum noch mein tatsächliches Lebensalter vorhersagen kann.

Zusammenhang
Die Auswertung ist keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei auffälligen Angaben empfiehlst du freundlich eine medizinische Abklärung.

Beginne jetzt mit der ersten Frage.