Stabile Situation vor 1 Stunde

KESB-Zahlen zeigen: Weniger umfassende Beistandschaften, dafür mehr individuelle Lösungen

Der Kanton St.Gallen und die neun regionalen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden haben den Kennzahlenbericht für 2024 veröffentlicht. Die Anzahl Massnahmen im Kindes- und im Erwachsenenschutz sind stabil. Der Kanton liegt leicht unter dem nationalen Durchschnitt. 

Von pd/red
aktualisiert vor 1 Stunde

Im Jahr 2024 bestanden für 5326 volljährige Personen 5350 Erwachsenenschutzmassnahmen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg eines Prozents. Im Verhältnis zur ebenfalls gestiegenen Bevölkerungszahl ist die Zahl seit 2013 praktisch stabil. Dies ist einer aktuellen Medienmitteilung des Kantons St.Gallen zu entnehmen. Die Anzahl umfassender Beistandschaften, bei denen die Handlungsfähigkeit vollständig entzogen wird, ist erneut gesunken, und zwar um weitere 50 Massnahmen. 

Massgeschneiderte Beistandschaften nehmen zu

Gleichzeitig gab es einen Anstieg bei den massgeschneiderten Beistandschaften um 126 Massnahmen. Als massgeschneiderte Beistandschaft werden die Begleit-, die Vertretungs- und die Mitwirkungsbeistandschaft verstanden. Sie unterscheiden sich im Ausmass der Interessensvertretung und Handlungsfähigkeit und können, je nach Situation der Person, kombiniert werden. Diese Entwicklung zeige laut Medienmitteilung, dass die Fachpersonen der KESB die Lebenssituationen der betroffenen Personen sorgfältig beurteilen und die Schutzmassnahmen individuell und angepasst errichten. 

Im gleichen Jahr bestanden für 3003 Kinder und Jugendliche 3960 Kindesschutzmassnahmen. Das entspricht einer Zunahme von 33 Kindesschutzmassnahmen, oder ebenfalls von einem Prozent. 

Knapp unter dem nationalen Durchschnitt

Im interkantonalen Vergleich liegt der Kanton St.Gallen sowohl bei den Kindesschutzmassnahmen als auch bei den Erwachsenenschutzmassnahmen leicht unter dem Durchschnitt. Im Durchschnitt haben in der Schweiz 31 von 1000 Minderjährigen und knapp 15 von 1000 volljährigen Personen eine Schutzmassnahme. Im Kanton St.Gallen haben 30 von 1000 Minderjährigen und 12 von 1000 volljährigen Personen eine Schutzmassnahme. 

Weniger Platzierungen von Kindern und Jugendliche

Der Kennzahlenbericht dokumentiert auch die Anzahl Unterbringungen in Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie in Pflegefamilien. Die Zahl der platzierten Kinder und Jugendlichen ist sowohl bei den zivilrechtlichen Unterbringungen, strafrechtlichen Platzierungen, Notfallplatzierung sowie auch bei den Pflegefamilien leicht gesunken. Die durchschnittlichen Tageskosten sind jedoch angestiegen. Dies wird unter anderem auf die hohe Komplexität einzelner Fälle zurückgeführt. 

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