Meine Espresso-Maschine hatte kürzlich einen schlechten Tag. Sie zischte, blinkte, tat so, als hätte sie ein Eigenleben entwickelt. Früher hätte ich entweder gegoogelt oder mich durch drei Foren gewühlt. Diesmal nicht.
Ich habe ChatGPT geschrieben, welche Maschine es ist, was genau passiert – und was sie vorher nicht getan hat. Ergebnis: zwei, drei plausible Ursachen, verständlich erklärt. Eine davon war’s. Problem gelöst, Kaffee gerettet, Stimmung auch.
Das funktioniert nicht nur bei Kaffeemaschinen. Auch unter dem Auto. Oder beim Heimwerken. Oder wenn ein Gerät plötzlich Dinge tut, die es laut Anleitung nie tun dürfte.
Der Trick dabei: beschreiben, was man sieht – nicht, was man glaubt, dass kaputt ist. Genauso hilfreich ist KI, wenn man in einem Programm feststeckt. „Wie mache ich X in Software Y?“ – kurz gefragt, kurz erklärt. Oder halt dieser Klassiker: Man drückt auf der Tastatur irgendeine Tastenkombination, plötzlich ist alles anders. Man weiss nur noch: So war das vorher nicht.
Auch hier hilft die KI erstaunlich schnell. Beschreiben, was sich verändert hat, welches Programm läuft – und oft kommt genau der eine Shortcut zurück, der alles wieder geradebiegt. Am Schreibtisch lese ich die Antwort. Unter dem Töff oder mit öligen Fingern lasse ich sie mir vorlesen. Reden mit der KI ist manchmal einfacher als Scrollen.
Und dann gibt’s noch die digitalen Nervtöter: Abos. Kündigungen ohne Kündigungsbutton. Menüs, die sich verstecken wie Ostereier. Auch hier: der KI beschreiben, welchen Dienst man kündigen will – und plötzlich bekommt man den schnellsten Weg serviert. Oft schneller als der Support selbst.
Diese Kolumne soll genau davon leben: von solchen Anwendungen. Jede Woche ein anderes Beispiel. Wenn ihr Fragen habt oder Themenvorschläge: Die E-Mail unter dem Text ist offen. Ich freue mich auf Austausch – und auf alles, was ihr schon immer mal mit KI ausprobieren wolltet.
Eifach mal mache.
rheintaler@pushpush.ai
KI-Kurs: Reparieren statt resignieren