Viele Sternsingerkinder und Begleitpersonen sind seit Tagen im Rheintal und der ganzen Schweiz unterwegs. Kinder in der Schule fragen mich: Was macht man da? Das ist die lebendige Form der Solidarität, antworte ich jeweils darauf. Es geht um Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Verantwortung.
So huschen die Sternsingerkinder voller Eifer mit ihren bunten Kostümen als die Heiligen Drei Könige verkleidet durch die Häuser und Dörfer, und bringen den Menschen nicht nur den Segen, sondern sammeln für die «missio», das päpstliche Missionswerk.
Die Erfinderin von «missio» war im Jahr 1819 die 23-jährige Pauline Marie Jaricor, sie sagte: «Ich bin geschaffen, um zu lieben und zu handeln».
Mit und ohne Religionszugehörigkeit, bunt gemischt und in allen Kulturen setzen sich heute die Sternsingergruppen zusammen und zeigen uns, dass Menschlichkeit und Verantwortung wichtiger sind als Glaubensunterschiede. Solidarität hängt nicht vom persönlichen Reichtum ab, manchmal bleibt bei den vielen Rechnungen, die uns jeden Monat belasten, kein Geld übrig, und noch weniger haben wir die Zeit, in ein ärmeres Land zu reisen, um zu helfen. Es müsste dazu noch eine ganz grosse Portion Mut dazugehören, sich in Armenvierteln zu bewegen.
Es ist wegzudenken von dem Betrag, der gespendet wird, hin zum Zeichen des Mutes und der Einsetzung.
Die Sternsingerkinder solidarisieren sich in diesen Tagen mit den ärmsten Kindern der Welt, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Auch Jesus hat nicht gewartet, bis sich etwas von selbst ändert, er war ständig unterwegs, um den Menschen beizustehen. Jesus hat gehandelt, Hoffnung in den Menschen geweckt und somit etwas Positives ins Rollen gebracht.
Geld, Macht und Hierarchieverhalten sind etwas, das nur Wenigen nützt und vielen schadet.
Das war damals wie auch heute so. Hoffnung gibt es, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen unterwegs sind und so Glück und Freiheit schenken. Ein wichtiges Zeichen setzt, gegen die Ungerechtigkeit, die vor allem die Verletzlichsten trifft.
Jesus machte in seiner Bergpredigt darauf aufmerksam: «Ihr seid das Licht der Welt». Damit machte er deutlich, dass Menschen Verantwortung füreinander tragen. Wer «Licht der Welt» ist, sollte nicht nur an sich selbst denken, sondern kann durch sein Handeln anderen helfen. Ich wünsche uns allen, dass wir für andere ein Licht sein können, in unserer Familie, Gemeinde und darüber hinaus.
Kinder zeigen Solidarität, Gerechtigkeit und Verantwortung