Altstätten vor 46 Minuten

Konzertzyklus in der evangelischen Kirche: Drei Feierabendmusiken begeistern das Publikum

Das zahlreiche Publikum bei den drei Feierabendmusiken lässt vermuten, dass das Orgelspiel viele Herzen berührt.

Von Theodor Looser
aktualisiert vor 45 Minuten

Die traditionellen Feierabendmusiken des Konzertzyklus begannen in der evangelischen Kirche mit Nevi Assenova an der Orgel. Der Tenor Nik Kevin Koch ergänzte das Orgelspiel bei verschiedenen Kompositionen mit Gesang. «Zwischen Himmel und Erde – Geistliche Musik durch die Jahrhunderte» war das Motto dieses würdigen Konzerts, mit welchem die beiden Musiker dem Publikum einen wahrhaft angenehmen Feierabend bereiteten.

Sowohl die Orgelsolos von Nevi Assenova mit Werken von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach oder Paul Hindemith als auch die Auftritte des stimmgewaltigen Tenors Nik Kevin Koch gefielen dem anspruchsvollen Publikum sehr. Nik Kevin Koch zeigte, dass er mehr kann, als nur eine Musikschule zu leiten, denn Kunst steht höher als gewöhnliche Arbeit. Die immer fröhliche Nevi Assenova zeigte eine geradezu furiose Technik auch bei schwierigen Stücken.

Ehre für einen einheimischen Komponisten

Bei der zweiten Feierabendmusik, ebenfalls in der evangelischen Kirche, trafen zwei alte Musikkollegen, beide mit dem Nachnamen Küng, zusammen. An der Orgel spielte Benjamin Küng. Ihn ergänzte bei einigen Stücken der Blockflötenspieler Hanspeter Küng. Das erste Programmwerk, «Batalla famosa» eines anonymen Komponisten, glich laut Titel einem Schlachtengemälde, der Schlacht zwischen himmlischen und bösen Mächten, allerdings eher heiter dargestellt.

Dieser Komposition für Orgel solo folgte nach weiteren Orgelwerken eine Sonate von Johann Christian Schickhardt, bei der Hanspeter Küng mit der Altblockflöte dazustiess und Musik aus dem deutschen Hochbarock spielte. Hochinteressant war das «Gääser Zäuerli» von Emil Walser (1909–1972), der zu Lebzeiten in Altstätten das Café Walser führte.

Ein junger Thurgauer ist die Entdeckung der Saison 

Kristofer Kiesel aus Weinfelden TG spielte bei der dritten Feierabendmusik in der katholischen Kirche ein reines Orgelrezital. Er hatte ein ungewöhnliches Programm erstellt, in dem er Werke von Johann Sebastian Bach modernen Komponisten gegenüberstellte, die Bachs Werke inhaltlich widerspiegelten. Auch die letzten Programmpunkte waren Werke moderner Komponisten, so von Philip Glass, Arvo Pärt und Hans Zimmer. 

Kristofer Kiesel fiel von Anfang an durch die Genauigkeit und Ausgewogenheit seines Spiels auf. Man merkte ihm seine gute Ausbildung, auch in den USA, an. Die Leichtigkeit und Souveränität in allen Stilen sagen dem jungen Organisten eine grosse Zukunft voraus. Ihn könnte man die Entdeckung dieser Saison nennen.