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Kurioser Vorfall: Kita-Leiterin entblösst sich vor verschleierter Mitarbeiterin

In einer Lustenauer Kita ist es zu einem aufsehenerregenden Vorfall gekommen. Als eine muslimische Kleinkindbetreuerin plötzlich vollverschleiert zur Arbeit erschien, reagierte ihre Vorgesetzte, indem sie ihre Brüste entblösste.

Von Andreas Rüdisüli
aktualisiert vor 1 Stunde

Der Vorfall in der Gemeinde direkt an der Rheintaler Grenze ereignete sich gemäss ORF Vorarlberg bereits im Juni. Die Mitarbeiterin war von einem Tag auf den anderen vollverhüllt zur Arbeit erschienen. Daraufhin zeigte ihr die Leiterin ihre Brüste. Inzwischen befasst sich die Gleichbehandlungsanwaltschaft in Innsbruck mit dem Fall. Sie spricht von Diskriminierung aufgrund von Religion, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht sowie von sexueller Belästigung.

«Völlig irrsinniger Gedanke»

Gegenüber dem ORF räumte die Leiterin ihr Fehlverhalten ein. Sie habe befürchtet, die plötzliche Verhüllung könnte Eltern und Kinder verunsichern. Mit der Entblössung habe sie zeigen wollen, dass sie trotz Gleichberechtigung als Frau nicht einfach wie ein Mann das T-Shirt ausziehen könne.

Sie selbst spricht von einem «völlig irrsinnigen Gedanken». Es sei ihr zu viel gewesen: «Das hat bei mir sozusagen dieses absolute Fehlverhalten ausgelöst, das mir wirklich leidtut. Natürlich, das hätte nicht passieren dürfen», sagte sie gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender.

In der Lustenauer Kleinkindgruppe werden nach Angaben der Leiterin 18 Sprachen gesprochen, das Betreuungspersonal kommt aus zehn Nationen, vier Religionen würden gelebt. Von 30 Mitarbeiterinnen sind elf Musliminnen, darunter auch Frauen mit Kopftuch.

Muslimin arbeitet nicht mehr in Kita

Das Arbeitsverhältnis mit der muslimischen Mitarbeiterin wurde aufgelöst. Der Familienverband als Träger zahlte der Frau eine einmalige Entschädigung von 3500 Euro. Obmann Guntram Bechtold betont, die Kündigung habe mit dem Vorfall nichts zu tun: Wegen sinkender Kinderzahlen hätten ohnehin fünf Personen gekündigt werden müssen.