Kuriosum in der SCR-Gruppe: Spielabbruch wegen Loch im Eis | Der Rheintaler

Eishockey 17.01.2023

Kuriosum in der SCR-Gruppe: Spielabbruch wegen Loch im Eis

Das sieht man auch nicht alle Tage: Ein Erstliga-Eishockeyspiel von SCR-Gegner Herisau wurde wegen eines Lochs im Eis abgebrochen.

Von Mea McGhee
aktualisiert am 17.01.2023

0:1 stand es zwischen dem Gastgeber aus Herisau und dem EHC Burgdorf, als Schiedsrichter Denis Iseli das Spiel abbrach. Am Samstagabend konnte im Herisauer Sportzentrum nicht fertig gespielt werden. Der Grund: ein Loch im Eis.

Die Spieler hatten zuvor festgestellt, dass im mittleren Bereich des Eisfelds an einer Stelle die Eisdecke bis auf den Betonboden durchgebrochen war.

War die Eisdecke wirklich dick genug?

«Weiterzuspielen wäre unter diesen Umständen zu gefährlich gewesen», sagt Herisau-Trainer René Stüssi auf Anfrage. In der verlängerten Pause nach dem zweiten Drittel sei versucht worden, das Eis zu flicken, jedoch ohne Erfolg.

Der Ärger und die Enttäuschung über den unumgänglichen Spielabbruch seien mittlerweile verflogen, sagte Stüssi am Montag. Natürlich sollte ein solches Malheur nicht vorkommen, aber es könne halt passieren. Die Gesundheit der Spieler habe höchste Priorität. Weshalb es zum Loch im Eis kam, lässt sich nicht genau eruieren. Fritz Bischof, Leiter ad interim des Sportzentrums Herisau, teilt aus dem Ausland mit, die Eisschicht habe gemäss Aussagen der Eismeister den Anforderungen entsprochen. Sie sei aber wohl nicht übermässig dick gewesen. Man gehe davon aus, das Loch sei entstanden, als ein Spieler stürzte und die Kufen der Schlittschuhe einen «Hick» ins Eis geschlagen hätten. Bischof bedauert, dass das Eis nicht rasch genug geflickt werden konnte. Doch bereits eine Stunde nach dem Vorfall hätte das Eis wieder normal bespielt werden können.

SC Herisau fordert eine Analyse zum Vorfall

Auf der Website der Gäste steht: «Der Verband wird entscheiden, ob das Spiel Forfait oder nach Resultat gewertet wird oder es zu einem Nachholspiel kommt.» Am Sonntag teilte der Eishockeyverband dem SC Herisau mit, dass die Partie vor Abschluss der Qualifikation am 28. Januar wiederholt werden soll. Burgdorf könnte dagegen allerdings Einspruch erheben, sagt SCH-Präsident Dario Heinrich. «So etwas kann passieren. Wir erwarten, dass analysiert wird, wie das Loch entstanden ist.» Der SC Herisau müsse einen regulären Spielbetrieb garantieren, habe als Mieter aber keinen Einfluss auf die Eisqualität.

Als neue Spieldaten kämen vorrangig zwei Termine in Frage; Mittwoch, 18., und Sonntag, 22. Januar. Für die Herisauer bedeutet dies ein dicht gedrängtes Programm, empfängt die Mannschaft doch am Mittwoch, 25. Januar, 20 Uhr, den SC Rheintal zum Cupspiel. Daneben stehen die Meisterschaftsspiele gegen die Pikes (21. Januar in Romanshorn) und gegen Rheintal (28. Januar in Herisau) an. Im Hinblick auf die entscheidende Meisterschaftsphase könne dies auch ein Vorteil sein, sagt René Stüssi. «Wir kommen so gleich in den Spielrhythmus.» Noch ist allerdings unklar, ob die Herisauer das erklärte Ziel Playoff erreichen. Fünf Mannschaften kämpfen um die letzten drei Playoff-Plätze.

Herisau liegt mit einem Spiel Rückstand auf dem siebten Rang. Der Vorsprung auf den Strich beträgt einen Punkt. Während feststeht, dass die Pikes die Abstiegsrunde bestreiten müssen, haben Rheintal (32 Punkte) und Burgdorf (21 Punkte) noch Chancen, die Playoffs zu erreichen.

SCR noch zweimal in Herisau zu Gast
Das Duell zwischen SC Rheintal und SC Herisau steht in dieser Saison noch zweimal an (siehe Haupttext); zuerst im Cup, dann in der letzten Runde der Regular Season. Es geht dabei besonders für die Appenzeller um viel, haben sie sich doch noch nicht für die Playoffs qualifiziert. Ganz offiziell scheint dies beim SCR jedoch auch noch nicht der Fall zu sein: Die Website des Verbandes hat die Rheintaler in der Tabelle noch nicht dunkelgrün unterlegt, weshalb sie wohl noch etwas Geduld brauchen.