Larissa Bertényi (LC Brühl St.Gallen) und Fabio Kobelt (STV Kriessern) zeigten an der Schweizer Meisterschaft starke Leistungen und gewannen in Rennen mit hochkarätiger Konkurrenz Bronze. So stand Larissa Bertényi mit Ditaji Kambundji und Annik Kälin auf dem Podest, Fabio Kobelt mit Jason Joseph und Simon Ehammer. Kambundji und Joseph gewannen mit Zeiten, die auch international aufhorchen lassen. Als Nummer zwei der Jahres-Weltbestenliste und als Hallen-Europarekordhalterin wird Kambundji mit hohen Zielen an die Hallen-WM ins polnische Torun reisen (20.-22. März). Kälin wird an der Weltmeisterschaft auf den Weitsprung setzen, Ehammer auf den Mehrkampf.
Zwei Athleten pro Nation, die in der Weltrangliste in den Top 48 klassiert sind, sind an der WM startberechtigt. Deshalb sind Bertényi und Kobelt zuversichtlich, Anfang nächster Woche gute News zu bekommen, wenn die Selektionen bekannt gegeben werden. «Unsere Nationaltrainerin Claudine Müller hat mich gebeten, diese Woche so zu trainieren, als ob ich dabei wäre», verriet Kobelt. Für den 22-Jährigen wäre es wie auch für Bertényi nach Teilnahmen bei Nachwuchs-Grossanlässen die erste Hallen-WM der Aktiven und damit ein Karrierehighlight.
Dass sie für die WM im Gespräch sind, ist ihrer starken Leistung an der Indoor-Schweizermeisterschaft zu verdanken. Fabio Kobelt steigerte sich nach der persönlichen Bestleistung im Halbfinal (7,82s) im Final noch einmal. «Für mich war klar: Im Final gibt es nur alles oder nichts. Obwohl der Halbfinal wahrscheinlich technisch besser war, konnte ich mich nochmals steigern», sagte Kobelt. Mit 7,75 Sekunden unterbot er seine persönliche Bestleistung um vier Hundertstel. Während an der Ranglistenspitze die Favoriten Joseph (7,50s) und Ehammer (7,55s) gesetzt waren, lief Kobelt in einem schnellen Final als Dritter ins Ziel – wie bei der Hallen-SM vor zwei Jahren.
Bertényi lief dreimal unter 8,10 Sekunden
Bei den Frauen war Larissa Bertényi als Dritte der Saisonbestenliste angetreten. «Es war mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen. Dass ich es aber schaffte, gleich dreimal unter 8,10 Sekunden zu laufen, hat mich sehr gefreut», sagte die 25-Jährige. Bereits die 8,08s im Vorlauf bedeuteten eine neue persönliche Bestleistung – die sie im Halbfinal mit 8,06s nochmals unterbot und im Final (8,08s) bestätigte. Bertényi ist topmotiviert: «Ich wusste, dass ich in der Halle schnell laufen kann. Doch wenn man spürt, dass man immer schneller wird, ist das sehr viel wert.»
Bertényi und Kobelt liefen neben 60m Hürden auch über 60 Meter Sprint. Bertényi lief den Vorlauf als Vorbereitung und Spannungsaufbau (7,34s und persönliche Bestleistung). Kobelt senkte im Vorlauf seine persönliche Bestleistung um vier Hundertstel auf 6,83s, schied dann aber im Halbfinal in 6,84s aus. Er belegte zeitgleich mit Daniel Löhrer (KTV Oberriet) den elften Rang. Nico Anastasia (STV Kriessern) – letztes Wochenende zweifacher Silbermedaillengewinner über 60 und 200m an der Nachwuchs-Schweizermeisterschaft – lief im Vorlauf mit 6,89s eine neue PB und belegte Rang 16. Ebenfalls über 60m an den Start ging Yaël Langer vom STV Balgach. In 7,87s lief sie eine neue persönliche Bestleistung.
Beuggert schnuppert erstmals Aktiv-SM-Luft
Der erst 15-jährige Janis Beuggert vom STV Oberriet-Eichenwies konnte bei seiner ersten SM-Teilnahme bei den Aktiven im Hochsprung nicht an seine Leistungen der Nachwuchsmeisterschaft vom letzten Wochenende anknüpfen, wo er mit der Höhe von 1,94m Gold gewann. Bereits beim Einspringen fühlte er sich nicht fit; er stieg bei 1,83m ein und übersprang schliesslich 1,88m. Das war’s dann aber auch. Dennoch freute er sich, erstmals Schweizer-Meisterschafts-Atmosphäre bei den Aktiven geschnuppert zu haben.
«Die Leistungen und die Stimmung waren bei einer der hochstehendsten Hallen-SM in der Geschichte hervorragend», freute sich auch Moderator Erik Schegg aus Oberriet, der den Anlass für Tele Ostschweiz begleitete.
Larissa Bertényi und Fabio Kobelt gewinnen an der SM Bronze