Mannschaften aus der ganzen Welt traten in Finnland an, Kellenberger war mit dem Nationalteam vor Ort und wurde entsprechend von Nationaltrainer Alain Chervet betreut.
Im Viertelfinal der Gewichtsklasse bis 70 Kilo traf Timm Kellenberger auf den zweifachen US-Meister Kentrell Rouser, der zum Olympiateam seines Landes für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles gehört. Der Kampf zwischen den beiden Boxern entwickelte sich zu einem Topkampf, sowohl was die Technik als auch die Schlagfrequenz betrifft. Die Punktrichter waren sich lange nicht einig, wem sie den Sieg zusprechen sollen. Kellenberger trieb seinen Gegner vor sich her und hatte hervorragende Aktionen über alle Runden. In den ersten beiden Runden lag der Vorderländer aber knapp im Rückstand. Er wusste, dass er die Kadenz an Tempo und Druck erhöhen musste. In der letzten Runde wurde der US-Boxer nach einem gezielten Treffer angezählt. Es war allerdings zu spät, um den Kampf noch zu drehen: Timm Kellenberger verlor knapp nach Punkten.
Er macht eine Lehre, seine Gegner sind Profis
Die Tatsache, dass der bald 20-jährige Vorderländer so gut mit dem hoch eingeschätzten Gegner mithalten konnte, macht jedoch Mut: Während sich der US-Amerikaner bereits voll auf den Sport konzentriert, macht Kellenberger eine Lehre. Er trainiert jeweils vor und nach der Arbeit, am frühen Morgen und am Abend. Seine unglaubliche Disziplin und Zielstrebigkeit ermöglichen es ihm, mit Boxern aus Top-Nationen auf Augenhöhe zu kämpfen. Damit ist Timm Kellenberger ein grosses Versprechen für die Zukunft im olympischen Boxen.
Um seine Entwicklung weiter zu fördern, sind seine Trainer Peter Kellenberger, der auch Timms Vater ist, und Engjell Toma daran, Unterstützer und Sponsoren ins Boot zu holen. «Dadurch sollte Timm wenigstens annähernd so gute Bedingungen haben wie Talente aus professioneller organisierten Nationen.»
Lehrling auf Augenhöhe mit Profi: Timm Kellenberger fordert in Helsinki US-Champion