Drei aktuelle Widnauer haben in ihrer Karriere schon bei Eschen/Mauren gespielt. Ilija Kovacic zog seine Goalie-Handschuhe in der Saison 2023/24 für den USV an. Bendegüz Bence Györky kam im Sommer zu Widnau, nachdem er von Juli 2023 bis Juni 2026 seine Defensivarbeit im Sportpark verrichtet hatte. Der 32-jährige Ungar ist schon länger in der Liga unterwegs: Vor seinem Engagement bei den Liechtensteinern spielte er fünf Jahre lang beim FC Tuggen, der zurzeit die Tabelle anführt. Ein weiterer ehemaliger USV-Akteur ist Lirim Shala, der im Juni 2024 von Gossau zu Eschen wechselte, wo er in 23 Spielen vier Tore erzielte.
Im letzten Duell gab es ein 0:0
Die letzte Saison schloss Eschen/Mauren auf dem zwölften Platz ab. Die beiden Spiele zwischen Widnau und dem USV waren umkämpft. Vor fünfeinhalb Monaten trafen sie sich zum Rückspiel auf der Aegeten; die Begegnung endete 0:0. Es war ein Spiel ohne grosse Höhepunkte, in dem die Lüchinger-Elf die zweite Halbzeit in Überzahl antreten konnte, weil kurz vor der Pause ein Liechtensteiner nach der zweiten gelben Karte das Feld verlassen musste. Die beste Chance hatte Sinan Özcelik, der in der 52. Minute USV-Goalie Gabriel Foser, der auch am Sonntag zwischen den Pfosten stehen dürfte, zu einer Topparade zwang.
Mehr Offensivaktionen gab es im Hinspiel am 22. Oktober 2025, einem kühlen Mittwochabend, vor fast 400 Fans im Eschener Sportpark. Es war ein Spiel aus der Kategorie «Wer die Tore nicht macht, bekommt sie», denn Widnau hätte gewinnen können, ja müssen. Zwar hatte der USV mit einem Lattenschuss von Medin Murati die erste gute Möglichkeit, dann kam Widnau immer besser auf. In jener Phase gingen die Gastgeber durch Medin Murati, dessen Bruder Emir ebenfalls spielte, in der 23. Minute in Führung. Shala hatte dann an seiner alten Wirkungsstätte eine Topchance und kurz vor der Pause zeichnete sich Foser bei einem Diego-Liechti-Kopfball aus.
Auch nach der Pause drückte Widnau auf den Ausgleich. Bei Abschlüssen von Noah Thönig und nochmals Shala fehlte wenig. Dann bewies der damalige USV-Trainer Michele Polverino ein goldenes Händchen, als er mit Filip Radojicic und dem heutigen Au-Bernecker Viktor Pajic zwei Spieler einwechselte, die massgeblich für das 2:0 verantwortlich waren – Pajic als Passgeber, Radojicic als Torschütze. Widnau reichte es nur zum Ehrentreffer durch Raoul Marino. Co-Trainer Daniel Lüchinger sagte damals: «Das bessere Team hat verloren, aber das ist im Fussball manchmal so.»
«Keine Leidenschaft auf den Platz gebracht»
Am letzten Samstag reisten die Widnauer mit guten Vorsätzen nach Gossau. Sie wollten dem Aufsteiger Punkte abringen und sich in der Tabelle über den Strich hieven. Es kam anders: Widnau verlor diskussionslos 1:4. Trainer Andreas Lüchinger sagt: «Es war ein Spiel zum Vergessen. Bei uns hat ziemlich alles gefehlt – angefangen bei der fehlenden Bereitschaft.» Zudem habe sein Team den Anfang komplett verschlafen. Es dauerte nur eine Minute, ehe Stürmer Nicolas Eberle die Rheintaler Defensive ein erstes Mal überwand.
«Gegen Gossau haben wir sicher eines unserer schlechtesten Spiele in der letzten Zeit abgeliefert. Wir haben keine Leidenschaft auf den Platz gebracht», sagt Stürmer Noah Thönig. Erst nach der gelb-roten Karte gegen Stefano D’Amico kurz vor der Pause ging ein Ruck durch das Team. «In der zweiten Hälfte gab es Situationen und Phasen, auf die man aufbauen kann. Aber wir müssen wieder eine Winner-Mentalität entwickeln. Wir sind eine Reaktion schuldig, und ich bin sicher, dass diese kommen wird», sagt Thönig.
Der USV ist fünffacher Cupsieger
Der USV Eschen/Mauren wurde 1963 gegründet und gewann fünfmal den liechtensteinischen Cup – letztmals 2012 mit einem 6:4-Penaltysieg gegen den FC Vaduz, der zugleich die Qualifikation für den Europacup bedeutete. Die Reise führte den USV bis an den Polarkreis, wo er sich beim 1:2 gegen den isländischen Erstligisten Hafnarfjördur achtbar aus der Affäre zog. Das Rückspiel im Sportpark endete 0:1.
Aktuell hat der USV vier liechtensteinische Nationalspieler in seinen Reihen. Deshalb mussten die Meisterschaftsspiele gegen Freienbach und Winterthur U21 verschoben werden. Drei der vier Spieler kamen bei den Länderspielen gegen Litauen (0:2), Malta (0:2), Aserbaidschan (0:0) und Gibraltar (0:2) zu Einsatzminuten: Livio Meier (63 Länderspiele), Liam Kranz (14) und der erst 18-jährige Alessandro Lo Russo (4). Im Kader dabei war auch Goalie Gabriel Foser, der nicht zum Einsatz kam.
Eine der verschobenen Begegnungen wurde am Mittwochabend nachgetragen: Auf dem Sportplatz Chrummen trennten sich Freienbach und der USV torlos.
USV-Trainer war mit FCSG Schweizer Meister
Die Liechtensteiner haben einige junge Talente im Team. Zum Beispiel der 19-jährige Jonas Uehli. Der Bad Ragazer gewann 2025 mit der U19 des FC St.Gallen den Schweizer Cup. Oder der erst 17-jährige Manoel Honorio, der bereits 19 U-Länderspiele für das Fürstentum bestritt. Aktueller interner Topskorer ist Giosuè Schulthess mit drei Toren; auch er ist erst 19-jährig. Der Trainer des USV dürfte vor allem den Fans des FC St.Gallen bekannt sein: Er heisst Patrick Winkler. Der 53-Jährige stand in jenem legendären Team, das 2000 den Schweizer Meistertitel ins Espenmoos holte.
Der FC Widnau wird also auf ein talentiertes Team treffen – und selbst auf einige Spieler verzichten müssen. Fehlen werden Mika Metzler, Hakija Canoski sowie der verletzte Tobia Walt. Ebenfalls nicht dabei ist Stefano D’Amico nach dem Platzverweis in Gossau. Fraglich sind Ilija Kovacic und Ceyhun Tüccar. Andreas Lüchinger sagt: «Den USV schätze ich als machbar ein. Wir müssen aber endlich wieder ein anderes Gesicht zeigen. Wir brauchen Spieler, die stolz und bereit sind.»
Liga-Nachbar ist am Sonntag zu Besuch auf der Aegeten