Eine Plastikflasche da, ein Zigarettenstummel dort: Achtlos weggeworfener Abfall entlang der St. Galler Kantonsstrassen verursacht jährlich Kosten von rund 1,2 Millionen Franken. Geld, das der Kanton lieber in die Verkehrssicherheit oder den Unterhalt der Strassen investieren würde.
6500 Personenstunden pro Jahr
Beim kantonalen Strasseninspektorat, das für den Unterhalt und die Reinigung von rund 650 Kilometern Kantonsstrassen verantwortlich ist, falle jedes Jahr eine Unmenge von Arbeitsstunden für das Einsammeln von Abfällen an, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Insgesamt binde Littering rund 6500 Personenstunden pro Jahr. Das entspreche dem Arbeitseinsatz von drei bis vier Vollzeitangestellten. Die Mitarbeitenden hätten deshalb weniger Zeit für ihre Kernaufgaben im Strassenunterhalt.
Littering nimmt in der Schweiz zwar seit Jahren insgesamt ab, an St. Galler Kantonsstrassen zeigt sich jedoch ein gegenteiliger Trend: Die Mitarbeitenden des Strasseninspektorats stellen eine starke Zunahme von achtlos entsorgtem Abfall fest. Besonders betroffen seien Ausserortsstrecken, Autobahnzubringer, Umfahrungen, Parkplätze sowie Bereiche vor und nach Tunnels. Auch rund um Tankstellenshops, Take-away-Angebote und nach Grossveranstaltungen nehme das Littering deutlich zu.
Kanton verstärkt Präventionsmassnahmen
Nicht nur die hohen Kosten durch Littering sind dem Kanton ein Dorn im Auge. «Littering belastet die Umwelt stark und gefährdet die Gesundheit von Tieren und Menschen», sagt Regierungsrätin Susanne Hartmann, Vorsteherin des Bau- und Umweltdepartements. Der Kanton will deshalb seine Präventionsmassnahmen verstärken.
Ziel sei es, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Folgen von Littering zu schärfen und aufzuzeigen, dass weggeworfener Abfall der Umwelt schadet und Kosten verursacht. «Autofahrerinnen und Autofahrer müssen wissen: Littering ist nicht nur kostspielig, sondern illegal», appelliert Charles Rinderknecht vom kantonalen Strasseninspektorat an das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung.
Littering kostet über eine Million Franken pro Jahr – jetzt reagiert der Kanton