Evangelische Kirche 31.03.2026

Mehrheit befürwortet Zusammenarbeit mit Balgach trotz kritischer Stimmen

Die evangelische Kirchgemeinde Berneck-Au-Heerbrugg stimmte an ihrer Hauptversammlung der vertieften Zusammenarbeit mit der Nachbarkirchgemeinde zu.

Von Susi Miara
aktualisiert am 01.04.2026

Präsidentin Ursula Specker begrüsste 77 Kirchbürgerinnen und Kirchbürger. Im Rückblick auf ihr erstes Amtsjahr würdigte Specker die zahlreichen Begegnungen und Eindrücke. Der zuvor verteilte Jahresbericht gab bereits umfassend Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Kirchgemeinde.

Ergänzend informierte sie über aktuelle Entwicklungen. Von April bis Juli treten die Pfarrpersonen Barbara und Matthias Damaschke-Bösch einen Bildungsurlaub an. Die Vertretung übernimmt Pfarrer Hansueli Walt mit Mitarbeitenden aus der Region. Auch die Jugendarbeit zeige Fortschritte, insbesondere dank Alexandra Steiger, die seit letztem Sommer mit 80 Stellenprozent angestellt ist. Ein neues Gottesdienstformat namens «Sound und Segen» wurde Mitte März erfolgreich gestartet. Sechsmal jährlich sollen spirituelle Impulse mit gemeinschaftlichem Austausch bei einem anschliessenden Abendessen kombiniert werden.

Solide Finanzlage mit leicht höherem Verlust

Die Jahresrechnung der Kirchgemeinde schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 69'800 Franken ab und fällt damit um 9300 Fr. schlechter aus als budgetiert. Für das Budget 2026 wird eine Kapitalabnahme von 70'800 Franken ausgewiesen. Die Steuereinnahmen wurden gemäss den Empfehlungen der Kantonalkirche berechnet. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 25 Prozent der einfachen Steuer. Sowohl die Jahresrechnung als auch das Budget wurden diskussionslos angenommen.

Wahlen und personelle Kontinuität

Aus der Kirchenvorsteherschaft waren keine Rücktritte zu verzeichnen: Ursula Specker (Präsidentin), Lorena Caduff, Felix Indermaur, Nadja Kirchner, Cornelia Odermatt, Moritz Schweiger und Olaf Tiegel stellen sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung und wurden einstimmig gewählt. Zusätzlich wurde Tabitha Oberhänsli aus Berneck als neues Mitglied für die Ressorts Familie, Kinder und Jugend bestätigt. Auch auf Ebene der Synode sowie in der Geschäftsprüfungskommission standen Wiederwahlen an. Für die Synode wurden Tina Lieberherr, Kerstin Röthlisberger, Martina Schläpfer und Boris Züst bestätigt. Aus der Geschäftsprüfungskommission wurden zwei langjährige Mitglieder verabschiedet: Rahel Bernet nach vier Jahren sowie Fritz Kuster nach 16 Jahren. Corinne Haselbach und Markus Hitz wurden als neue Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission gewählt, Susanne Indermaur, Kerstin Röthlisberger und Maria Küttel in ihrem Amt bestätigt.

Zusammenarbeit mit Balgach wird vertieft

Ein zentrales Thema war die geplante Kooperation mit der Kirchgemeinde Balgach ab Mitte 2026 bzw. Anfang 2027. Sie soll helfen, auf sinkende Mitgliederzahlen und knappe personelle Ressourcen zu reagieren, das Angebot für alle Altersgruppen zu erweitern und gemeinsame Projekte zu fördern. Finanzen, Personal, Liegenschaft und lokale Traditionen sollen jedoch eigenständig bleiben. Die Kooperation ist auf fünf Jahre angelegt und wird nach vier Jahren evaluiert.

Einige Kirchbürger äusserten Bedenken wegen möglicher Mehrkosten und der Entfernung nach Balgach. Pfarrerin Damaschke-Bösch betonte, dass dadurch mehr Möglichkeiten für individuelle Gottesdienste entstehen, insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit. Felix Indermaur verwies auf das Kirchentaxi und hob hervor, dass die aktuelle Situation die Kirchenvorsteherschaft dazu veranlasst habe, zu handeln. Mit drei Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmte die Mehrheit der Kirchbürgerschaft der Kooperation zu. Die Anpassungen der Kirchgemeindeordnung wurden diskussionslos angenommen.