Gekonnt bewegen sich die Gerüstbauerinnen und -bauer weit über dem Boden. Auf dem Vorplatz aus Einzelteilen zusammengebaut, hievt ein mobiler Spezialkran die Elemente hoch über die Mehrzweckanlage, wo sie in schwindelerregender Höhe sturmsicher miteinander verbunden werden.
Ein Netz aus unzähligen Stangen, Verstrebungen und Verbindungen gewährleistet eine ausreichende Stabilität. Stahlträger auf dem Parkdeck garantieren die gleichmässige Verteilung der Stützlasten auf dem darunterliegenden Turnhallendach. Zusätzliche Gegengewichte ermöglichen den überhängenden Gerüstbau bis zuoberst zum Dach des Feuerwehrdepots.
Dabei ist die Ein- und Ausfahrt der Feuerwehr jederzeit zu gewährleisten. Auch für die Gerüstprofis ist es keine alltägliche Arbeit, so hoch über dem Bodensee. Sie zeigen sich jedoch motiviert und zufrieden. Die Arbeit scheint trotz der hohen Temperaturen und Turnübungen in luftiger Höhe spannend und erfüllend.
Letzte Sanierungsetappe eingeläutet
Der Gemeindeslogan «ein einzigartiger Lebens- und Arbeitsort hoch über dem Bodensee» erhält mit der letzten Etappe eine ganz neue Bedeutung. In diesen Genuss kommen in den nächsten Monaten auch Baumeister, Holzbauer, Fassadenbauer und viele weitere Berufsgattungen.
Die Arbeiten auf dem Feuerwehrdeck beschränken sich bis auf ein paar wenige technische Anpassungen auf die Gebäudehülle. Dies ermögliche einen späteren bedarfsgerechten Innenausbau, teilt die Gemeinde Walzenhausen mit. Die Regionale Feuerwehr Vorderland nutzt das Erdgeschoss, das Obergeschoss wird zurzeit nicht genutzt und dient als Ausweichfläche für kommende Nutzungsbedürfnisse.
Innenausbau in der Turnhalle
Gleichzeitig erfolgt in der Turnhalle der Innenausbau. Decke und Wände sind bereits wieder verkleidet. Nichts erinnert mehr an Hunderte Elektroleitungen, Rohre und Lüftungskanäle, die im Zuge der Sanierung erneuert wurden. Im neuen Hallenboden verbirgt sich die Bodenheizung, welche die alte Wandheizung ablöst. Dieser Tage wurden 500 Stühle und 80 Tische bestellt, sodass ab kommendem Winter neben dem turnerischen auch wieder gesellschaftliches Leben in die Mehrzweckhalle einkehrt.
Baukosten und Zeitplan
Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 8,3 Millionen Franken inklusive Mehrwertsteuer und Reserve mit einer Ungenauigkeit von rund 3 Prozent. Aktuell liegen die bereits getätigten Ausgaben bei rund 6 Mio. Franken und somit im Budget. Der aktuelle Baukostenstand deutet darauf hin, dass die eingeplanten Reserven benötigt werden.
Die Sanierung sei im Zeitplan, teilt die Gemeinde mit. Bis zum kommenden Winter und somit nach zweieinhalb Jahren Bauzeit seien sämtliche Arbeiten abgeschlossen und die grösste Anlage der Gemeinde wieder fit für die nächsten Jahrzehnte.
Mit Seesicht: Bauarbeiten an der grössten Anlage der Gemeinde gehen in den Endspurt