Das Kulturforum Berneck hat am Sonntagabend zwei Musizierende eingeladen, die mit viel technischer Bravour und kräftigem Ton punkteten. Mit fünf Stationen in Europa erklangen fünf atmosphärisch ganz unterschiedliche Tonbilder, die jeweils sehr geschlossen und kompakt interpretiert wurden.
Prachtvolle und für die Instrumente Violine und Klavier vollgriffige Musik hält der Norweger Edvard Grieg in seiner Violinsonate c-Moll op. 45, Nr. 3 parat. Dem für seine technische Brillanz und spritzige Virtuosität bekannten Geiger Julius Aria Sahbai und der souveränen und konzentrierten Pianistin Minako Nishida-Diblik gelang eine Darstellung dieser Sonate, die zu einem genau abgestimmten Dialog zwischen beiden Instrumenten geriet.
Kraftvoll lebten die Interpreten, die beide auch an der Kantonsschule in Heerbrugg pädagogisch tätig sind, ihre Virtuosität aus, zeigten ganz direkte Leidenschaft nicht nur in den dichten Passagen, sondern auch in den melancholischeren Intermezzi dieser nordischen Musik, die viel skandinavische Folklore verströmt.
Die Welt der geigerischen Zauberkunststücke
Die Musik von Johannes Brahms steht dagegen für eine gewisse dunklere Farbe. Sein typisch elegischer Grundton prägte auch das Scherzo c-Moll, in den Eckteilen mit vielen pikant gewürzten, virtuosen Passagen.
Von Deutschland nach Ungarn ging es dann mit zwei Ohrwürmern von Brahms, zwei «Ungarischen Tänzen» (g-Moll und fis-Moll), bei denen das ganz zackig Vorwärtsdrängende überzeugte.
Südliche Atmosphäre mit hellerem Glanz und sonnige Unbeschwertheit waren danach mit der feurigen Musik von Pablo de Sarasate zu spüren. Seine «Zigeunerweisen» op. 20 gehören zum Repertoire eines jeden virtuosen Geigers. Julius Aria Sahbai spielt diesen Sarasate mit überlegener Leichtigkeit, das Schwerste erscheint unbeschwert.
Die Kunst des lockeren Springbogens und des Zupfens mit der linken Hand auf dem Griffbrett, während eine Melodie erklingt: Das sind die äusserst kniffligen Einfälle in dieser spanischen Musik, die man bewundernd beobachten und geniessen konnte.
Sonate von Paganini als Zugabe
Was wäre nach so einem Abend als Zugabe besser geeignet als eine Sonate des grössten Virtuosen der Musikgeschichte: Niccolò Paganini. Julius Aria Sahbai und Minako Nishida-Diblik entzündeten auch hier noch einmal mit viel Leichtigkeit und Charme ein weiteres Feuerwerk.
Wiederum konnte das Kulturforum Berneck ein Konzert anbieten, das die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer begeisterte. Mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations bekundeten sie die gezeigte Leistung.
Musikalische Reise durch Europa: Von Grieg über Brahms bis Paganini