Ein mögliches Ende des Krieges im Iran hat die Kurse angetrieben. Gleichzeitig zeigte sich, dass der Nahostkonflikt bei den Unternehmen angekommen ist. So beim Vakuumventilhersteller VAT, der wegen unterbrochener Lieferketten eine Umsatzwarnung ausgesprochen hat. Oder bei den Jungfraubahnen, die über einen schwächeren Jahresstart berichteten. Der Aktienkurs hat dies zumindest teilweise bereits vorweggenommen, denn seit seinem Rekordhoch Anfang März haben die Titel deutlich eingebüsst. Dennoch können sich die Aktionäre dank einem guten Jahresergebnis über eine Dividendenerhöhung freuen. Wie stark andere Unternehmen vom Krieg betroffen sind, zeigt sich ab kommender Woche, wenn die ersten Unternehmensergebnisse zum ersten Quartal bekannt gegeben werden.
Neuer SMI-Index gewichtet gleich
Der Swiss Market Index (SMI) ist konzentriert. Die Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé stellen rund die Hälfte des Index. Das ist Fluch und Segen zugleich. In schwierigen Phasen stabilisieren die defensiven Werte. Wenn ein Titel jedoch Mühe bekundet, krankt der ganze Index. Dem will die Börsenbetreiberin SIX nun entgegenwirken. Am Mittwoch hat sie einen gleichgewichteten Index lanciert, den SMI Equal Weight. Jedes der 20 Mitglieder ist lediglich mit 5 Prozent vertreten. Die Gewichtung der grossen drei reduziert sich somit auf 15 Prozent. Während die Diversifikationsvorteile zunehmen, geht dem neuen Barometer Charakter verloren.
Krieg im Nahen Osten beeinflusst auch Teuerung
In Deutschland ist die Teuerung auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren geklettert. Um 2,7 Prozent haben sich Waren und Dienstleistungen im März gegenüber dem Vorjahr verteuert, nach 1,9 Prozent im Februar. Ausschlaggebend sind die aufgrund des Krieges im Iran höheren Energiekosten.
Auch in der gesamten Eurozone ist die Inflation wieder auf dem Vormarsch. Sie stieg im März von 1,9 auf 2,5 Prozent. Damit droht dem Wirtschaftsraum wieder eine restriktivere Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), welche die Wirtschaftsentwicklung bremst. Die Konsequenzen sind einfach erklärt. Wenn die Zinsen steigen und der Einkaufskorb teurer wird, bleibt weniger für den Konsum, die wichtigste Säule jeder Wirtschaft, übrig. Ob die Konjunktur in eine Stagflation oder gar eine Rezession abrutscht, ist davon abhängig, wie lange der Ölpreis über dem langjährigen Schnitt notiert.
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Nach turbulenten Wochen: Endlich ein Lichtblick an der Börse