Orientierungslauf vor 2 Stunden

Nationales OL-Weekend mit 1400 Läuferinnen und Läufern im Rheintal

Am Samstag, 18., und Sonntag, 19. April, steht mit dem Rheintaler OL-Weekend ein Höhepunkt im regionalen Sportjahr bevor. In Altstätten und Oberriet werden 1400 Läuferinnen und Läufer aus der Schweiz und darüber hinaus erwartet. Im Schwammwald kommt es zu einer Premiere.

Von rez/pd
aktualisiert vor 1 Stunde

Gross ist die Vorfreude bei den Organisatoren von der OL-Gruppe St.Gallen/Appenzell (OLG SGA). Der Verein macht sich mit dem Saisonhighlight im Orientierungslauf selbst ein Geschenk zum 70. Geburtstag. «Wir sind mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden. Besonders mit dem Langdistanzlauf im Schwammwald bieten wir der nationalen OL-Szene einen Leckerbissen», sagt Laufleiter Erwin Wälter aus Altstätten.

Rund 1400 Orientierungsläuferinnen und -läufer aus allen Landesteilen haben sich für die Wettkämpfe am 18. und 19. April angemeldet. Damit knackte das Weekend die magische 1000er-Marke, an der der stets sehr beliebte Montlinger Dorf-OL mehrmals geschnuppert hatte. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits sicher, dass die beiden Läufe im Rheintal zu den nationalen Läufen gehören. Dann aber auch, weil sie ein World Ranking Event sind, «das ist vergleichbar mit einem FIS-Rennen im Skisport», erklärt Wälter am Pressegespräch am Dienstag.

Und weil eine Woche später im Tessin höhere Kategorien laufen, bietet das Rheintal einen idealen Trainingsort. Das dachten sich auch Tuomas Juhani Heikkilä aus Finnland sowie der Schweizer Daniel Hubmann, die als absolute Spitzenathleten an den Start gehen werden. Auch die Schweizer OL-Legende Simone Niggli-Luder gibt sich ein Stelldichein im Rheintal.

Neue Kartografie des Schwammwaldes

Etwa 140 Helferinnen und Helfer pro Tag garantieren einen reibungslosen Ablauf. «Nur dank der Unterstützung lokaler Vereine ist es möglich, dass wir vom Verkehrsdienst bis zur Festwirtschaft genug Personal zur Verfügung haben», sagt Wälter. Diese Vereine heissen KTV Altstätten, TSV Montlingen und Ringerstaffel Kriessern.

Die Erschliessung eines neuen Laufgebietes für einen nationalen OL kommt nicht jedes Jahr vor – umso grösser ist die Spannung in der OL-Szene. Damit im Schwammwald erstmals ein OL durchgeführt werden kann, bedarf es vor allem einer neuen OL-Karte. Für diese ist der professionelle Kartenaufnehmer Beat Imhof aus Marbach verantwortlich. In akribischer Kleinarbeit hat er praktisch jedes Detail im Gelände erfasst. «Entsprechend einem Raster von 20 bis 50 Metern bin ich den Wald abgeschritten und kenne nun jeden Winkel», sagt Imhof. Seine GPS-Daten belegen das eindrücklich.

Zurück im Büro überträgt er dann die erfassten Rinnen, Kuppen oder Dickichte in eine Kartensoftware. Auf etwa 120 Stunden im Wald sowie deren 60 vor dem Bildschirm summierte sich Imhofs Aufwand für die Erstellung der Schwammwald-Karte. Ebenfalls ein beträchtlicher Aufwand war, die Laufbewilligung für dieses Gelände zu erhalten. Im Innerrhodner Teil des Waldes darf nicht gelaufen werden, auch ein Rekurs fand keinen Anklang. «Auf St.Galler Boden haben wir eine ausreichende Fläche erhalten. Die positive Einstellung des Gemeindepräsidenten von Oberriet hat uns sehr geholfen. Dank der kooperativen Haltung von Stadt und Schule Altstätten ist zudem der Sprint im Städtli problemlos durchführbar», sagt Wälter.

Der OL im Städtli soll auch ein Familienevent sein

Das Herz des Anlasses ist an beiden Tagen die Schulanlage Schöntal in Altstätten. Am Samstag werden die Teilnehmenden von dort mit Shuttlebussen in die Nähe von Oberriet transportiert, bevor es zu Fuss zum Start geht. Der Sprint vom Sonntag findet in Altstätten statt. Dies hat zur Folge, dass es, ähnlich wie beim Städtlilauf, während einiger Stunden zu Verkehrseinschränkungen kommt (siehe Kasten). «Das Einvernehmen mit den privaten Anstössern ist uns sehr wichtig. Sie gelangen jederzeit zu Ihren Liegenschaften», sagt Wälter. Beim Sprint im Städtli werden auch Kategorien mit einfachen OL-Bahnen für Einheimische, besonders Familien, angeboten. Die Anmeldung ist von 8.30 bis 11 Uhr direkt im Schöntal möglich.

Insgesamt werden 47 Kategorien angeboten, wobei es jeweils gilt, eine bestimmte Anzahl Posten in einer bestimmten Reihenfolge abzulaufen. Die Routen sind allerdings nicht für alle Kategorien gleich, im Gegenteil – es lohnt sich also nicht, die Spuren von jemandem zu verfolgen. Einen Massenstart gibt es nicht, dafür umso mehr Posten: Allein in Altstätten werden es deren 91 sein. Auf der Sprintstrecke erwartet das OK eine Elite-Siegerzeit von rund einer Viertelstunde. Wie viele Fans im Städtli sein werden, kann Wälter nicht abschätzen: «Wir OL-Sportler sind uns kein grosses Publikum gewohnt, bei uns machen alle selbst mit.»

Verkehrsbehinderungen in Altstätten
Wegen des nationalen OL-Sprints kommt es am Sonntag, 19. April, von 9.30 bis 14 Uhr, im Städtli zu Verkehrseinschränkungen. Der Durchgangsverkehr wird wie beim Städtlilauf auf der Achse Brügglikreuzung-Bahnhofstrasse-Rathauskreisel-Breite-Frauenhofplatz umgeleitet. Im Unterschied zum Städtlilauf ist im Laufgebiet der Zubringerverkehr und der öV jedoch jederzeit möglich.