Nicht für alle Altersheime gab es Ersatzlösungen - Heiden als Zentrum | Der Rheintaler

Vorderland 08.12.2023

Nicht für alle Altersheime gab es Ersatzlösungen - Heiden als Zentrum

Kleine Betriebe haben es schwer. Sie wurden teils umgewandelt oder aber geschlossen. Gründe sind die zu tiefen Belegungen und die damit verbundenen grossen Defizite. Eine Übersicht.

Von Peter Eggenberger
aktualisiert am 08.12.2023

Im Herbst 2023 wurde das Altersheim in Oberegg aufgehoben. Das gleiche Schicksal erfährt auch das kleine Heim in Lutzenberg. Es wird Ende Fe­bruar geschlossen. An beiden Orten ist noch keine Nachfolgelösung in Sicht.

Aus Armenhäusern wurden Bürger- und Altersheime

In allen Vorderländer Gemeinden entstanden im 19. Jahr­hundert weit von den Dorfzen­tren entfernte Armenhäuser. Mit baulichen und betrieblichen Ver­besserungen verwandelten sie sich in Bürger- und später in Altersheime.

Die verwinkelten Häuser mit kleinen Räumen und geringer Raumhöhe sowie die abseits liegende Lage erwiesen sich aber zunehmend als grosse Nachteile, sodass schon vor fünfzig Jahren die erste Schliessung eines alten Heims erfolgte.

Im Jahr 1972 wurde das in einem alten Appenzellerhaus eingerichtete Gruber Bürgerheim im Weiler Frauenrüti aufgehoben. Als Ersatz konnte 1977 das Alterswohnheim Weiherwies nahe dem Dorfzentrum bezogen werden. Seither stehen hier behindertengerechte Kleinwohnungen und komfortable Einzelzimmer zur Verfügung.

Ein neues Heim im Dorfzentrum

Ersatzlos geschlossen hingegen wurde Ende 2010 das Altersheim Wüschbach in Wolfhalden, nachdem hier nur noch sechs Pensionäre lebten. Ebenfalls aufgehoben wurde das Heim Müllersberg in Heiden, wobei hier mit dem bereits vorher sanierten und erweiterten Haus Quisisana eine Ersatzlösung zur Verfügung stand.

Geschlossen wurde 2014 auch das Heim «Ob dem Holz» in Rehetobel, wobei die Gemeinde mit dem Haus Krone seit 1978 ein neues Heim im Dorfzentrum aufweist.

Flucht nach
vorn in Reute

In Reute wurde mit der Übernahme des 1998 neu erstellen Heims Sonnenschein im Ortsteil Mohren die Flucht nach vorn angetreten. Damit weist die ­Gemeinde heute mit dem modernen «Sonnenschein» und dem verschiedentlich sanierten, 1859 eröffneten Haus im Watt zwei Heime auf, die Synergien ermöglichen und beide von Jakob Egli geleitet werden.

Heime in Walzenhausen und Wald bleiben

Die nach wie vor bestehenden Häuser Altersheim Almendsberg in Walzenhausen und Obergaden in Wald wurden in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut und nach Möglichkeit den heute üblichen Komfortansprüchen angepasst.

Als Heim von regionaler Bedeutung hat sich mittlerweile das Betreuungszentrum Heiden profiliert, wo heute Einwohnerinnen und Einwohner aus allen Vorderländer Gemeinden ihren Lebensabend verbringen.