Fussball vor 2 Stunden

Nur der Sieg zählte – doch der kam nicht

Am Sonntag fiel mit dem Aufstiegsrennen in der 2. Liga die letzte grosse Entscheidung in dieser Saison. Der FC Montlingen hätte noch aufsteigen können, unterlag Vaduz II aber 3:6, während Ruggell gewann, und bleibt damit in der 2. Liga.

Von rez
aktualisiert vor 2 Stunden

Der FC Montlingen startete mit einer klaren Vorgabe ins Spiel gegen Vaduz II: Nur ein Sieg konnte ihm noch zum Aufstieg verhelfen. Auch ein Remis würde bei gleichzeitiger Niederlage des FC Ruggell nicht helfen, weil die Oberrheintaler mehr Strafpunkte haben. So gingen die Blicke vom Kolbenstein auch nach Rüthi, wo die Liechtensteiner zu Gast waren. Schon vor dem Abpfiff wurde die Aufstellung der Bojaxhi-Elf kritisch beäugt, der FC Montlingen musste aber auch zuerst seine Hausaufgaben machen und selbst gewinnen, bevor er auf Schützenhilfe hoffen konnte.

Mit Vaduz II war ein Spitzenteam auf dem Kolbenstein zu Gast, das sehr ambitioniert auftrat. Die jungen Vaduzer geniessen eine hervorragende Ausbildung, was ihnen auch anzusehen war, und kämpfen um Profiverträge. Spielerisch führten sie von Beginn an die feinere Klinge. Montlingen überraschte indes dadurch, Nurkan Ibrahimi auf der Bank zu lassen, an seiner Stelle stürmte Curdin Zoller. Nach 27 Minute kam Ibrahimi dann für ebendiesen Zoller – der Grund dafür war aber eine Verletzung des letztjährigen «Best Talent» des Pokalturniers, nicht eine taktische Überlegung.

Vaduz II und Ruggell legen schon rasch vor

Montlingen startete initiativer in die Partie, erarbeitete sich vorerst aber keine konkreten Torchancen. Einmal verpasste Luca Schmenger das Abspiel auf Volkan Akyildiz, dann zog Akyildiz einen Freistoss aus spitzem Winkel auf das Tor, doch Athanasios Pagonas parierte. In der 13. Minute gingen die Gäste dann in Führung: Rafael Blumenthal spielte von der linken Seite auf Colin Algner, der das Leder gekonnt versorgte. In der gleichen Minute ging Ruggell in Rüthi in Führung, das Tor erzielte der Ex-Diepoldsauer Dario Ivic. Für den FCM kam es knüppeldick, doch er reagierte: Akyildiz kam zu einer guten Chance, traf aber nur die Latte.

Nach der Trinkpause – an der WM auch «Hydration Break» genannt – schlugen die Gäste dann ein zweites Mal zu, Armin Sehic erhöhte auf 2:0. Montlingen kam danach zu einer Reihe Abschlüsse, doch weder Giuseppe Coppola noch Florian Haltiner, Schmenger oder Ibrahimi trafen. So ging es mit 0:2 in die Pause, und Montlingen war ein Mann weniger. Captain Manuel Bont, der seine Laufbahn im «Eins» nach 274 Pflichtspielen beendet, sah in der 42. Minute eine strenge rote Karte. Ruggell führte derweil auch 2:0, Ivic hatte erneut getroffen, das Aufstiegsrennen schien in diesem Moment gelaufen zu sein.

Ein Torfestival mit einem «falschen» Ausgang

Nach dem Seitenwechsel verpasste Vaduz das dritte Tor, doch quasi im Gegenzug verkürzte Montlingen durch Volkan Akyildiz auf 1:2. Weil dann das Gerücht die Runde machte, Rüthi habe zwei Tore gemacht (das stimmte nicht, Rüthi erzielte nur ein Tor!), schien doch noch einmal Spannung in die Sache zu kommen – doch nur kurzfristig. Vaduz II spielte seine ganze Klasse aus und traf durch Sehic in der 56. und der 61. Minute zum 3:1 und 4:1. Spätestens jetzt war das Spiel gelaufen, auch wenn Schmenger nach einer feinen Einzelleistung noch einmal verkürzte. Dies vor allem, weil Ruggell in Rüthi zwei Tore erzielte und das Aufstiegsrennen damit entschied.

Das Spiel in Montlingen plätscherte derweil dem Ende entgegen. Vaduz II erhöhte in der 68. Minute durch Roko Cavka auf 5:2 und traf kurz vor Schluss durch Ivano Duic noch zum 6:2. Den Schlusspunkt unter die unterhaltsame, für Montlingen aber bittere Partie setzte Akyildiz mit dem 6:3 in der 89. Minute.

So verpasste der FC Montlingen, der fast die ganze Saison an der Tabellenspitze verbracht hat, den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga interregional. Ausschlaggebend war nicht das Spiel gegen Vaduz II, sondern die Niederlage vor Wochenfrist in Ruggell. Auch wenn es für die ambitionierten Oberrheintaler wohl nur ein schlechter Trost ist: Sie dürfen sich auf eine attraktive Zweitliga-Saison 2026/27 freuen. Nebst dem FCM spielen in dieser auch Rüthi, Au-Berneck und Rebstein.