Studie 19.08.2026

Positive Haltung der Ausserrhoder Lehrer und Regierung zur integrativen Schule

Der Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden verfolgt das Prinzip «Integration vor Separation».

Von sk
aktualisiert am 19.08.2026

Die Diskussion über die integrative Schule wird schweizweit intensiv geführt. Eine aktuelle Studie des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz zeigt: Entscheidend für das Gelingen sind nicht nur die pädagogischen Ziele, sondern vor allem die Rahmenbedingungen. Appenzell Ausserrhoden setzt seit vielen Jahren auf «Integration vor Separation». Letzte Woche veröffentlichte der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) die Ergebnisse einer breit angelegten Befragung zur integrativen Schule. Rund 26 Prozent der über 40 000 angeschriebenen Aktivmitglieder des LCH beteiligten sich daran. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Viele Lehrerinnen und Lehrer tragen die Grundidee einer inklusionsorientierten Schule mit, beurteilen die aktuellen Rahmenbedingungen jedoch kritisch.

Entscheidend sind die Voraussetzungen

Entscheidend für das Gelingen sind aus Sicht der Befragten weniger die pädagogischen Ziele als die Voraussetzungen ihrer Umsetzung. Besonders wichtig sind ausreichende Ressourcen, eine gute Zusammenarbeit im Schulteam, Unterstützung durch Schulleitungen und Fachstellen sowie ein verlässliches Einvernehmen mit den Eltern.

Appenzell Ausserrhoden verfolgt seit vielen Jahren den Grundsatz «Integration vor Separation». Lernende mit Unterstützungsbedarf werden möglichst in der Regelklasse gefördert. Die Studienergebnisse bestätigen gemäss dem Regierungsrat, dass die Grundidee einer inklusionsorientierten Schule breit abgestützt ist. Besonders erfreulich sei, dass die im Rahmen der Totalrevision des Volksschulgesetzes überprüfte und geschärfte Förderkaskade den Bedürfnissen der schulischen Praxis entspricht. Die Studie zeigt zudem, dass die kantonalen Strukturen insgesamt den Anforderungen und Bedürfnissen der Schulen gerecht werden.

Michael Weber, Präsident des Verbandes Lehrerinnen und Lehrer AR, teilt diese Einschätzung: Die Lehrpersonen stünden der gelebten Integration grundsätzlich positiv gegenüber. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Umsetzung im Schulalltag herausfordernd ist. Aus Sicht der Lehrpersonen wirkt sich die Integration von Lernenden mit besonderem Unterstützungsbedarf nicht negativ auf den Lernerfolg der Regelklasse aus. An der LCH-Studie beteiligten sich 270 Aktivmitglieder aus Ausserrhoden. Sie beurteilen die Unterstützungsangebote im Vergleich zu anderen Kantonen positiv.

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Eine erfolgreiche integrative Schule braucht klare Rahmenbedingungen, verlässliche Unterstützung und eine gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten. Appenzell Ausserrhoden hält am Grundsatz «Integration vor Separation» fest und entwickelt die Unterstützungsangebote gemeinsam mit Schulen, Fachstellen und Gemeinden kontinuierlich weiter. Ziel bleibt eine tragfähige Volksschule, in der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen bestmögliche Bildungschancen erhalten. Susann Metzger, Vorsteherin des Departements Bildung und Kultur, betont, dass Integration dort gelingt, wo Haltung, Unterstützung und professionelle Zusammenarbeit zusammenwirken.