Das Tallinn Open gilt mit rund 3000 Teilnehmenden als eines der grössten Nachwuchsturniere der Welt. Für drei Talente des RCOG bot die Reise nach Estland – für einige die erste Flugreise zu einem Wettkampf überhaupt – eine beeindruckende Kulisse und sportliche Herausforderungen auf höchstem Niveau.
Lasse Sprecher trat in der Jugend A bis 35kg an. Im Feld von 42 Teilnehmern sicherte er sich mit zwei Siegen durch technische Überlegenheit gegen Ringer aus Schweden und Bulgarien sowie zwei Niederlagen den 20. Rang. Bei den Kadetten bis 55kg vertraten Timo Heeb und Lio Rüegg die Rheintaler Farben. Heeb beendete das Turnier auf dem 23. Platz, während Nationalkader-Athlet Rüegg den 28. Rang belegte.
Abseits der Resultate stand der Lerneffekt im Zentrum. Nach dem Turnier absolvierten die Ringer einen zweitägigen Lehrgang mit täglich zwei Einheiten, in denen sie intensiv mit Sparringspartnern aus verschiedenen Nationen trainierten. Die Eindrücke aus der estnischen Hauptstadt rundeten den Anlass ab.
Gelungenes Comeback in Bulgarien
Parallel zum Nachwuchs stand Annatina Lippuner beim internationalen Dan-Kolov-Nikola-Petrov-Turnier in Bulgarien im Einsatz. Für die RCOG-Leistungsträgerin war es der erste grosse Härtetest nach einer längeren Knie-Rehabilitation. Sie traf bis 62kg auf namhafte internationale Konkurrenz.
Der Französin Ameline Douarre unterlag Lippuner mit 2:7, sie zeigte dabei jedoch einen deutlichen Formanstieg. Nachdem sie in früheren Begegnungen gegen die Französin jeweils klare 0:10-Niederlagen hinnehmen musste, gelang es ihr diesmal, aktiv Punkte zu sammeln und den Kampf offen zu gestalten. In der zweiten Begegnung musste sie sich von der Estin Viktoria Vesso – einer dreifachen U23-EM-Medaillengewinnerin – auf die Schultern legen lassen.
Trotz der ausbleibenden Podestplätze ziehen die Verantwortlichen des RCOG eine positive Bilanz. Für Lippuner war die wichtigste Erkenntnis, dass das Knie hielt und sie ohne mentale Blockaden in die Kämpfe gehen konnte. «Die Fortschritte gegen Weltklasse-Gegnerinnen sind sichtbar. Es geht nun darum, Schritt für Schritt zur alten Stärke zurückzufinden», sagte die Athletin.
Der Ringerclub Oberriet-Grabs unterstreicht mit diesen Einsätzen einmal mehr seine Rolle als wichtige Ausbildungsbasis für den Schweizer Ringsport. Die internationale Härte in Tallinn und Bulgarien ist ein essenzieller Bestandteil des Leistungsaufbaus, um die Talente und die Aktiven langfristig an die europäische Spitze heranzuführen.
RCOG sammelt wertvolle Erfahrungen auf internationaler Matte