Wolfhalden 30.08.2026

Regionale Tierkörper-Sammelstelle im Vorderland besteht seit 50 Jahren

Seit 50 Jahren gibt es in Hinterergeten die regionale Tierkörpersammelstelle und die Notschlachtanlage. Heute gehören 14 Gemeinden dem Zweckverband an.

Von iks
aktualisiert am 30.08.2026

Vor rund 80 Jahren gab es noch keine Tierkörper-Sammelstellen, wie man sie heute kennt. Mit dem neuen Tierseuchengesetz des Bundes von 1966 änderte sich dies. Kantone und Gemeinden mussten Sammelstellen schaffen, in denen Tierkadaver, Knochen, Metzgereiabfälle und verdorbenes Fleisch fachgerecht entsorgt werden konnten. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass Notschlachtungen nur noch in anerkannten Anlagen stattfinden durften. Auch das Vergraben von Tierkadavern war fortan untersagt.

Politik und Landwirtschaft im Appenzeller Vorderland suchten daraufhin gemeinsam mit Oberegg und Eggersriet nach einer regionalen Lösung. 1973 wurde ein Zweckverband mit zunächst zehn Mitgliedsgemeinden gegründet. Als Standort für die Tierkörpersammelstelle und Notschlachtanlage wurde Hinterergeten gewählt.

1974 nahm in Bazenheid eine Tiermehlfabrik den Betrieb auf. Damit konnten die Tierabfälle des Zweckverbands regelmässig dorthin geliefert werden. Nachdem die Tiermehlproduktion infolge der BSE-Krise verboten worden war, rückte ab 2001 die Energiegewinnung aus den tierischen Reststoffen in den Vordergrund. 1975 wurde die Anlage in Hinterergeten gebaut und Ende Jahr in Betrieb genommen. Im folgenden Jahr erhielt das Gebäude noch seinen Aussenanstrich. 2014 übernahm Eugen Schläpfer das Präsidium und die Geschäftsführung des Zweckverbands. Drei Jahre später schlossen sich mit Thal, Rorschach, Rorschacherberg und Goldach vier weitere Gemeinden an. 

Auch die Nutzung der Anlage wurde in den vergangenen Jahren erweitert. 2023 erhielt Andre Bühler die Zustimmung, das Schlachthaus an zwei halben Tagen pro Woche zu mieten. 2024 wurde die Liegenschaft im Aussenbereich saniert, gleichzeitig investierte der Zweckverband in das Schlachthaus. Seit 2025 werden sämtliche Lebendvieh-Fleischschauen sowie die Fleischkontrollen an den Schlachtkörpern im Schlachthaus von Mitarbeitenden des Veterinäramts Appenzell Ausserrhoden vorgenommen. Ergänzt wurde die Anlage zudem durch einen Unterflurbehälter der Gemeinde Wolfhalden.