Vor einer Kulisse, die mit nur 15 Fans (davon neun Rheintaler) gewöhnungsbedürftig war, legten die Gators in Zürich einen Blitzstart hin. In der ersten Minute traf Pascal Frei auf Zuspiel von Lasse Paus per Weitschuss. Die Reaktion von Aufsteiger Züri Süd folgte sofort mit dem 1:1, danach dominierten die Rheintaler aber nach Belieben. Ramon Hunziker traf zweimal auf Assist von Ondrej Hlinovsky und bediente dann Lukas Veltsmid, der das 4:1 erzielte. Züri Süd wurde bei Fehlern der Gators gefährlich, verkürzte aber nochmals. Danach rollte der Gators-Zug weiter und Nicolas Wyss traf nach einem Pass von Vitek Bednar. Den Schlusspunkt im Startdrittel setzte Lui Langer, der auf Zuspiel von Cedric Siegrist zum 6:2 traf.
Auch im Mitteldrittel hatten die Gäste die Oberhand. In der 23. Minute verwertete Lasse Paus einen Penalty und auch die Tore acht und neun liessen nicht lange auf sich warten; es trafen Ramon Hunziker und Langer. Danach traf Andri Baumgartner auf Assist von Veltsmid in Überzahl zum «Stängeli». Baumgartner gab nach einer Verletzungspause erst kürzlich sein Comeback und skorte nun bereits wieder. Kurz darauf stellten die Gators ihre Linien um und schonten Kräfte. Dies brachte die Rheintaler etwas aus dem Rhythmus – nicht, weil die Neuen ihre Leistung nicht brachten, sondern weil bei neuen Linien auch neue Abstimmungen notwendig sind. Nach dem zweiten Drittel stand es 10:2.
Im Schlussdrittel traf Züri Süd früh, musste sich dann aber wieder der Abwehr widmen. Zehn Minuten vor Schluss machte Torhüter Marco Hutter seinem Kollegen Valerio Fiorini Platz, der das Debüt im «Eins» feierte. Er machte es gut, zeigte einige Paraden, musste aber auch einmal hinter sich greifen. Den Schlusspunkt setzte Veltsmid, der von der Mittellinie aus traf. So fuhren die Gators einen ungefährdeten 11:4-Sieg ein. Die Punkte waren wichtig, weil die Teams in der Tabelle eng zusammen liegen, wodurch es am Sonntag zum Showdown gegen die punktgleichen Red Devils March-Höfe kam.
Gators führen, verlieren aber doch
Diese Partie startete ausgeglichen. In Minute sieben nutzte Hlinovský einen Schnitzer der Märchler und traf auf Assist von Malik Müller zum 1:0. Kurz darauf musste ein Märchler auf die Strafbank. Das Gators-Powerplay, das am Vortag nicht wie gewünscht performte, liess den Ball laufen, war aber nicht gefährlich genug. Im Gegenteil: Nach einem Freistoss kassierten die Gators in Überzahl ein Gegentor. Es ging ausgeglichen weiter, bis Paus in der 16. Minute über das halbe Feld rannte und mit einem Weitschuss das 2:1 erzielte. Kurz später traf Joel Stieger nach einer sauberen Freistossvariante gar noch zum 3:1.
Im Mitteldrittel konnten die Red Devils March-Höfe früh verkürzen, danach ging es ausgeglichen weiter. Die Rheintaler hatten einige Chancen, scheiterten aber an der Effizienz. Doch exakt eine Sekunde vor Drittelsende fuhren die Gators einen schönen Angriff, den Pascal Frei auf Paus-Assist zum 4:2 abschloss.
Im Schlussdrittel rückten die Schiedsrichter in den Mittelpunkt. In der 46. Minute gaben sie ein Tor der Gäste, das nach einem inkorrekt ausgeführten Eckball zustande kam und nicht hätte zählen dürfen. Ebenso umstritten war die Situation drei Minuten später: Das 3:3 wurde wohl mit dem Fuss erzielt, was nicht erlaubt ist. Und als wäre dies nicht genug, kassierten die Gators eine kaum nachvollziehbare Strafe. Ihren Unmut taten nicht nur die Akteure auf dem Feld kund, sondern auch die Fans. Ein Ausdruck der Überforderung der Unparteiischen war auch, dass sich der Schiedsrichter zu einer Geste gegen die Gators-Fans hinreissen liess. Im Powerplay trafen die Red Devils sehenswert ins hohe Eck zur erstmaligen Führung. In der 52. Minute zeigte Langer mit dem Ausgleich aber, dass die Gators noch am Leben sind. Beim 5:5 blieb es und es ging in die Verlängerung.
In dieser führten die Gäste nach wenigen Sekunden die Entscheidung zum 6:5 herbei. Trotz strittiger Szenen müssen sich die Gators an der eigenen Nase nehmen. Sie waren zu ineffizient und gaben die Bälle zu leichtfertig her. Die Gäste zeigten sich indes effizient und erarbeiteten sich so den Sieg.
Dank des einen Punktes schliessen die Rheintaler die Saison auf Rang vier ab. Das ist die beste Position der letzten Jahre und bringt zudem das Heimrecht für den Playoff-Viertelfinal. Dies haben die Gators ihrer starken Rückrunde zu verdanken, in der sie nur zweimal verloren. Zudem wurde Lasse Paus zum zweiten Mal in Folge Topskorer der 1. Liga – er hat 44 Punkte gesammelt, sein erster Verfolger 35. Die Playoffs starten voraussichtlich am 7. Februar gegen Bassersdorf Nürensdorf. (mah)
1. Liga, Gruppe 2
Züri Süd – Gators 4:11 (2:6, 0:4, 2:1)
Tore: 1. Frei (Paus) 0:1, 1. Schumacher 1:1, 6. R. Hunziker (Hlinovsky) 1:2, 7. Veltsmid (R. Hunziker) 1:3, 10. R. Hunziker (Hlinovsky) 1:4, 10. Frei (Giacomin) 2:4, 12. Wyss (Bednar) 2:5, 20. Langer (Siegrist) 2:6, 23. Paus 2:7, 24. R. Hunziker (Veltsmid) 2:8, 27. Langer (Kobe) 2:9, 33. Baumgartner (Veltsmid) 2:10, 41. Wethli (Kestenholz) 3:10, 52. Poltera (Kestenholz) 4:10, 57. Veltsmid 4:11.
Strafen: Züri Süd 4x2, Gators 1x2 Minuten.
Gators – March-Höfe 5:6 n.V (3:1, 1:1, 1:3)
Tore: 7. Hlinovsky (Müller) 1:0, 10. Kessler (Mattson) 1:1, 16. Paus 2:1, 19. Stieger (Siegrist) 3:1, 23. Mattson (Gall) 3:2, 40. Frei (Paus) 4:2, 46. Müller (Bombana) 4:3, 49. Diethelm (Brunner) 4:4, 49. Mattson (Wittenwiler) 4:5, 52. Langer (Paus) 5:5, 61. Brunner (Diethelm) 5:6.
Strafen: Je 1x2 Minuten.
Weitere Ergebnisse: Laupen ZH – Bassersdorf N. 5:4 n.V., Zuger Highlands – Uri 7:8 n.V., Jona-U. – Frauenfeld 7:8 n.V., Glattal – Herisau 3:4, Jona-U. – Frauenfeld 5:7, March-H. – Bülach 2:3, Frauenfeld – Laupen ZH 9:4, Jona-U. – Bülach 2:5, Uri – Züri Süd 6:3, Herisau – Zuger Highlands 9:5, Bassersdorf N. – Glattal 11:4.
Rangliste (alle 22 Spiele): 1. Bülach 50, 2. Uri 43 (+18), 3. March-H. 43 (+16), 4. Gators 42 (+52), 5. Bassersdorf N. 42 (+28), 6. Frauenfeld 35, 7. Jona-U. 31, 8. Herisau 28, 9. Laupen ZH 25 (-16), 10. Glattal 25 (-44), 11. Zuger Highlands 22, 12. Züri Süd 10.
Rheintal Gators schliessen die Regular Season auf dem vierten Rang ab