Fussball vor 1 Stunde

Rüthi gewinnt das Derby in Rebstein und setzt sich vorne fest

Zur Pause stand es noch 0:0, am Ende feierte Rüthi in Rebstein aber einen verdienten 4:1-Derbysieg. Die Gäste waren fast durchgehend überlegen und holten damit die Saisonpunkte acht bis zehn.

Von rez
aktualisiert vor 1 Stunde

Am bezüglich der Zuschauerkulisse eher unglücklichen Mittwochstermin trafen auf der Birkenau der FC Rebstein und der FC Rüthi aufeinander. Wer ein Spektakel erwartete, wurde schon beim Blick auf die Aufstellungen ein wenig enttäuscht: Bei Rebstein fehlte mit Alessandro Gottscher das offensive Gewissen des Teams, bei Rüthi war der frühere Profi und vierfache Saisontorschütze Alessandro Kräuchi nicht dabei. Mit Sascha Haltiner und Diego Stüdli einerseits sowie Robin Sonderegger andererseits fehlten weitere wichtige Akteure.

Mit der Ausgangslage kam der FC Rüthi deutlich besser zurecht. Die ersten 20 Minuten boten Einbahnstrassenfussball, die Gäste dominierten von A bis Z. Rebstein hatte zwar schon in der ersten Minute einen Eckball, war in der Folge aber nur mit Defensivarbeit beschäftigt. In der sechsten Minute blockte Rico Köppel einen Schuss von Sven Städler, in der neunten Minute scheiterte Mattia Sbocchi mit seinem wuchtigen Abschluss an FCR-Goalie Kevin Fend und nochmals zwei Minuten später war es Joshua Boehrer, der einen Städler-Schuss abblockte. In der 13. Minute kam Spektakel dazu, als Cristian Navarro eine akrobatische Einlage bot, doch auch dieser Ball endete in Fends Händen.

Erst nach rund 20 Minuten bekam Rebstein ein wenig Entlastung und fuhr den einen oder anderen Vorstoss, noch gelang es aber nicht, Gefahr zu erzeugen. Auf der anderen Seite parierte Fend einen abgefälschten Abschluss von Flamur Bojaxhi (22.). Rebsteins gefährlichste Aktion war ein Schlenzer aus der Distanz von Elion Sopi, Rüthi-Torhüter Joris Hallauer lenkte die Kugel in den Eckball. Bei Rebstein kam dann auch noch Pech dazu: Innenverteidiger Boehrer musste das Feld schon früh verletzungsbedingt verlassen, für ihn kam Farid Fousseni.

Vor der Pause hatte Rüthi zwei weitere gute Chancen. Bei der ersten lief Bojaxhi alleine auf Fend zu, doch Nico Dietrich erntete mit seiner Grätsche, bei der er nur den Ball traf, viel Applaus des Publikums. In der 42. Minute erzitterte Fends Tor dann, ein Treffer fiel aber weiterhin nicht – Bastian Geissers wuchtiger Freistoss aus 17 Metern ging nur an die Latte. So blieb es zur Pause beim torlosen Remis, mit dem Rebstein deutlich zufriedener war als Rüthi.

Nach der Pause ging es weiter wie zuvor: mit einem Sturmlauf der überlegenen Gäste. Sie hatten deutlich mehr vom Spiel, in das durch das eine oder andere Rencontre zwischen den Spielern auch Nervosität kam. Besonders in der 50. Minute wurde es heiss, als nach einer Kopfballchance für Rüthi eine kleine Rudelbildung entstand. Doch dann entschied Rüthi das Spiel für sich. Nach einer Flanke von der linken Seite setzte Städler zum Kopfball an. Den ersten Versuch lenkte Fend an die Latte, gegen den Nachschuss war der Torhüter dann aber machtlos. Nur sechs Minuten später fiel das zweite Tor: Fend liess einen Ball fallen, Bojaxhi profitierte und erzielte aus kurzer Distanz und via Pfosten-Innenkante das 2:0.

Der Rebsteiner Torhüter liess sich davon aber nicht entmutigen, trieb seine Mannschaft immer wieder an. «Zusammen!», schrie er etwa, und appellierte daran, bis zum Schluss nicht aufzugeben. Das taten die Rebsteiner zwar nicht, dennoch waren die Rüthner einfach zu stark. Zuerst hielt Fend gegen den eingewechselten Robin Ruault noch spektakulär, danach war gegen den Abschluss von Gabriel Lüchinger aber kein Kraut mehr gewachsen, und es stand 3:0 für Rüthi (71.).

Dann fiel noch das schönste Tor der Partie: In der 87. Minute erzielte der vom Sprachaufenthalt in Neuseeland zurückgekehrte Andrin Cabezas das 1:3 für den FC Rebstein und zeigte damit, am anderen Ende der Welt das Fussballspielen nicht verlernt zu haben. Beim Sieg der Gäste blieb es aber dennoch. Zumal Lüchinger in der Nachspielzeit noch das vierte Tor für die Gäste erzielte.

2. Liga, Gruppe 1
Rebstein – Rüthi 1:3 (0:0) 
Tore: 55. Städler 0:1, 61. F. Bojaxhi 0:2, 71. Lüchinger 0:3, 87. Cabezas 1:3, 93. Lüchinger 1:4.
Rebstein: Fend; Kamalanathan, Boehrer (33. Fousseni), Aliev, Dietrich (70. Tanner); Köppel, Dursun, Sopi (84. Pamuk), Shahini (84. Salguero); Aslani (84. Cabezas), Baumgartner.
Rüthi: Hallauer; C. Navarro, Zäch, B. Geisser, Jahiji (90. Feldmann); Sbocchi, Lüchinger, Städler; Gebhart (77. Loher), T. Geisser (65. Ruault); F. Bojaxhi (81. A. Bojaxhi).