Fussball vor 2 Stunden

Rüthi schliesst mit einer Niederlage gegen den Aufsteiger ab

Der FC Rüthi verliert das letzte Saison-Heimspiel gegen Ruggell, das auf dem Rheinblick den Aufstieg in die 2. Liga interregional feierte. Durch die Ereignisse im Fernduell in Montlingen stand der Aufstieg der Liechtensteiner nie in Frage.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert vor 2 Stunden

Ein Spiel zwischen Rüthi und Ruggell ist immer auch ein Nachbarschaftsderby, denn die beiden Sportplätze, der Rüthner Rheinblick und die Ruggeller Widau, liegen nur 5,4 Kilometer auseinander. Und weil Ruggell mit einem Punktgewinn in Rüthi als Aufsteiger feststehen würde, wurden die Liechtensteiner von einer Hundertschaft Fans begleitet. Unter den 390 Fans auf dem Rheinblick dominierte Grün-Weiss.

Ruggell legte bis zur Pause auf 0:2 vor

Jeffrey Keller, der zum letzten Mal das Rüthner Tor hütete, musste nach drei Minuten ein erstes Mal eingreifen, hatte mit dem Schuss aus der zweiten Reihe aber keine Mühe. In der 15. Minute war der Rüthner Schlussmann dann aber chancenlos: Agim Zeqiri setzte sich auf der linken Seite durch und spielte einen Querpass, den der frei im Zentrum stehende Dario Ivic zum Führungstreffer verwertete. Zeqiri war trotz seiner 42 Jahre ein steter Unruheherd und einer der auffälligsten Akteure auf dem Rasen. Noch immer pfeilschnell und technisch stark, zog er die gegnerischen Verteidiger auf sich. Das Spiel in Rüthi bedeutete das letzte Spiel seiner Karriere. Zeqiri wird auf die neue Saison hin Sportchef beim Erstligisten USV Eschen/Mauren. Praktisch gleichzeitig mit dem 0:1 kam aus Montlingen die Kunde, dass Vaduz II in Führung lag. Damit lag Ruggell auf Aufstiegskurs.

Rüthi, das eine beeindruckende Heimbilanz hat, wollte die Punkte nicht einfach so hergeben, doch gegen Ruggells kompakt stehende Abwehr war ein Durchkommen schwer. Flamur Bojaxhi bekam es mit dem hervorragend agierenden Gabriel Pereira Brilhante zu tun. Die Rüthner Sturmspitze profitierte in der 28. Minute von einer Kopfballverlängerung von Marco Hanimann, verpasste das Tor aber um einen guten Meter. Kurz darauf stellten die Gäste auf 2:0; wieder hatte Ivic getroffen.

Flamur Bojaxhi mit dem Rüthner Ehrentreffer

Ruggell mit den routinierten Seyhan Yildiz und Sandro Wieser, die zusammen über 130 Länderspiele für das Fürstentum absolvierten, liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Den Gästen spielte auch das Zwischenresultat aus Montlingen, das nun ebenfalls 0:2 lautete, in die Karten. Rüthi versuchte, offensiv etwas zu konstruieren, blieb aber immer wieder im Ruggeller Defensivverbund hängen.

Dann hatte Flamur Bojaxhi in der 56. Minute für einmal ein bisschen Platz und prompt erzielte er den Anschlusstreffer. Der Ein-Tore-Abstand hielt aber nicht lange: Ivic passte eine Minute später auf Zeqiri, der das 3:1 erzielte. Weil auch Montlingen 1:3 hinten lag, war die Suppe spätestens zu diesem Zeitpunkt gelöffelt. Keller konnte sich danach bei einem Yildiz-Schuss auszeichnen. Nach einem Eckball, der bereits geklärt schien, erzielte Zeqiri dann seinen zweiten Treffer. Er sah eine kleine Lücke und brachte den Ball genau dort unter.

Es stand 1:4 und danach ereignete sich in diesem äusserst fairen Spiel nicht mehr viel. Mattia Sbocchi hätte kurz vor Schluss noch ein «Tor des Jahres» erzielen können. Sein Bogenball ging nur wenig über das Gehäuse von Ruggell-Goalie Clemens Vonbrül. Und Joris Hallauer kam noch zu seinem Feldspieler-Debüt. Dann feierten die Gäste ihren Aufstieg. Auch wenn es für Rüthi zum Saisonabschluss nochmals eine Heimniederlage absetzte, kann der Aufsteiger mit seiner Zweitliga-Saison mehr als zufrieden sein.