Fussball 30.08.2025

Rüthi überragend: 5:2 gegen Buchs, drei Spiele, neun Punkte

Der FC Rüthi, im Sommer in die 2. Liga aufgestiegen, steht nach drei Spielen mit neun Punkten an der Tabellenspitze. Dies hat verschiedene Gründe, die sich beim 5:2-Heimsieg gegen Buchs am Samstagabend zeigten.

Von rez
aktualisiert am 30.08.2025

«Der Start in die 2. Liga ist definitiv geglückt», steht im Matchprogramm von Rüthi gegen Buchs, geschrieben hat den Satz Joris Hallauer. Der Torhüter ist zurzeit im Militär, weiss aber, gut vertreten zu sein: Joel Eugster spielte eine gute Partie; er hatte gegen die beiden Buchser Treffer keine Chance, wehrte einmal spektakulär ab und stand nie im Mittelpunkt des Geschehens.

Der Mittelpunkt gehörte der Rüthner Offensive. Diese zeigte ein starkes Spiel, vorgetragen in hohem Tempo und in einer Intensität, die nicht an die letzte Saison in der 3. Liga erinnerte. Als Musterbeispiel dafür steht Stürmer Flamur Bojaxhi, 34-jährig, Assistgeber und zuerst im Abschluss nicht erfolgreich. Dass er sich in der 94. Minute noch mit dem Tor zum 5:2 belohnte, hatte er verdient – vor allem nach einem Sprint aus der eigenen Hälfte hinaus.

Rüthi schiesst zu wenige Tore

Der Zwischentitel mag ob des Schlussresultates ein wenig irritieren. Denn: Könnte man an Rüthis Auftritt gegen Buchs etwas bemängeln, wäre das trotz fünf erzielter Tore die Effizienz. Dass es mit 2:1 in die Pause ging, schmeichelte den Gästen. Ebenso, dass es nach dem Buchser 3:2 in der 76. Minute nochmals spannend wurde. Doch die Gäste hatten in ihrer Schlussoffensive deutlich zu wenig anzubieten, ehe Rüthi in der Nachspielzeit noch zwei Tore nachlegte und in dieser Höhe verdient gewann.

Einer der wichtigsten Sätze auf dem Feld fiel in der 21. Minute. «Jetzt muss jeder von euch ein Tor erzielen wollen», rief Gabriel Lüchinger, der ex-Profi beim FC Rüthi. Es war ein Eckball – und Kevin Streule traf herrlich zum 1:0. Die Szene steht symbolisch für den FCR und auch den sehr positiven Einfluss, den Lüchinger auf die Mannschaft nimmt.

«Einfach noch zwei, drei Prozent mehr»

Gabriel Lüchinger erzielte kurz später auf Assist von Flamur Bojaxhi aus kurzer Distanz das 2:1. «Egal wo, egal mit wem: Ich habe immer probiert, die Teamkollegen positiv zu pushen», sagte er. Und: «Wenn jeder will und zuhört, holt jeder auch einfach noch zwei, drei Prozent mehr aus sich heraus.»

Damit wollte er sich nicht als Leader in den Vordergrund stellen: Er schrieb diese Rolle unter anderem auch Stürmer Bojaxhi zu, der «im Training immer jedem gratuliert, der ein tolles Tor erzielt. Genau so wächst man als Mannschaft.»

Rüthi siegt auch, weil es Typen hat

Für den FC Rüthi spricht zurzeit auch, dass die Zusammensetzung der Mannschaft gelungen ist. Nach dem 1:0 wurde es kurz kritisch, als der ex-Montlinger Rezon Ibrahimi mit einem Traumtor das 1:1 erzielte. Die Reaktion? Weitere gute Chancen und auch das 2:1. Es traten Spieler in Erscheinung, die nicht für die auffälligsten Szenen zuständig sind, die Geisser-Brüder etwa, die beide ein gutes Spiel zeigten. Das zeigt: Die Verantwortung ist auf mehrere Schultern verteilt.

«Seit ich diese Mannschaft verfolge, weil mein Bruder Jérôme hier gespielt hat, war es immer so: Der FC Rüthi hat Typen auf dem Platz. Mit solchen gewinnt man Spiele.»

Ein solcher ist auch Captain Sven Städler. Er war an vielen Angriffen beteiligt, traf in der zweiten Hälfte mit einem schönen Flachschuss einmal den Pfosten und führte mit dem 4:2 per Penalty die definitive Entscheidung herbei. Es war ein reifer Auftritt des FC Rüthi, der jetzt weiss: In dieser Liga kann er vielleicht nicht nur gegen den Abstieg spielen.

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