Eishockey vor 1 Stunde

SC Rheintal unterliegt dem EC Wil im ersten Halbfinalspiel 3:5

Herisau ist kein gutes Pflaster für den SC Rheintal: Im Wiler «Exil» setzte es eine 3:5-Niederlage ab. Die Luchse waren fulminant gestartet und lagen bis fünf Minuten vor Spielende verdient in Führung, brachten diese aber nicht ins Trockene.

Von Sepp Schmitter
aktualisiert vor 1 Stunde

Wegen der Eislaufmeisterschaft im Wiler Bergholz mussten die Äbtestädter für das erste Spiel der Halbfinalserie nach Herisau ausweichen. Sie zügelten aber weder den Wurststand noch die Abendkasse; so wurde es für die nur 220 Fans, davon die Hälfte aus dem Rheintal, eine relativ trockene, aber kostenfreie Angelegenheit.

Und eine ernüchternde obendrein, denn die starken Luchse verloren 3:5. Es war auch eine schwache Schiedsrichterleistung mit kleinlichen Strafen, die zu viel Kraft kostete, die am Ende fehlte. So musste sich die junge Rheintaler Truppe der viel grösseren Routine der Bären geschlagen geben. Die Gelegenheit zur Revanche gibt es am Dienstag, 20 Uhr, beim Heimspiel in Widnau.

Starkes Startdrittel mit einer Rheintaler 2:0-Führung

Nach dem ersten Sturmlauf der Bären fuhr der Ex-Wiler Jordan Pfennich einen Konter und bezwang seinen ehemaligen Kollegen Janis Locher im Tor zum 1:0. Und nach Ablauf der ersten Strafe gegen den SCR buchte Mica Moosmann nach toller Einzelleistung den zweiten Treffer. Dieser Vorsprung hatte Bestand, bis der Schiedsrichter über ein gröberes Loch im Eis hinter dem Wiler Tor stolperte.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Pause vorverlegt und dauerte 40 Minuten. Nach erfolgreicher Reparatur wurden die fehlenden 58 Sekunden nachgespielt und die Seiten gewechselt. Zur Spielmitte notierten die Bären in Überzahl das Anschlusstor. Dieses klang stark nach Pfostenschuss, doch der Unparteiische sah die Scheibe im Tor. Die Luchse verpassten es danach, mehr aus ihren vielen guten Möglichkeiten zu machen, und mussten mit dem knappen Vorsprung ins Schlussdrittel. Mit einer besseren Chancenauswertung hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können.

Wie gewonnen, so zerronnen: Der SCR verliert

Zu Beginn des Schlussdrittels kassierten die Rheintaler gleich drei kleine Strafen und bestritten in Unterzahl eine Abwehrschlacht. Doch auch während dieser Strafen boten sich Mica Moosmann beste Gelegenheiten zum Shorthander und Ramon Metzler hielt seine Farben mit Glanzparaden im Spiel. Kurz nach Ablauf der Strafen glich Valentino Fritz, ein ehemaliger Luchs, zum schmeichelhaften 2:2 aus. Dann war endlich auch eine Wiler Strafe angesagt und Mathias Hagen schloss von der blauen Linie erfolgreich zum 3:2 ab.

Doch dann vergassen die Stüssi-Boys das Hockeyspielen und mussten noch in der gleichen Minute das 3:3 hinnehmen. Zwei Minuten vor dem bitteren Ende demonstrierte Wils Paradesturm seine Qualitäten und kombinierte sich durch die konsternierte Abwehr zur 4:3-Führung. Das fünfte Tor fiel dann noch ins leere Netz; die Kraft fehlte, um das Ruder noch herumzureissen. Ein aufopfernd kämpfender SC Rheintal stand am Ende eines spannenden Spiels mit leeren Händen da. Nun heisst es abhaken, Kopf lüften und am Dienstag in der eigenen Halle mit neuer Kraft die nächste Chance packen.

1. Liga Ost, Playoff-Halbfinal, Spiel 1
Wil – Rheintal 5:3 (0:2, 1:0, 4:1)
Sportzentrum Herisau – 205 Zuschauer – SR: Graber; Torti, Mutinelli.
Tore: 3. Pfennich (Wiederkehr, Stutz) 0:1, 8. Moosmann (Bodemann, Waidacher) 0:2, 31. Giannone (Daneel, Hungerbühler) 1:2, 47. Fritz (Marbach, Rohner) 2:2, 56. (55:07) Hagen (Moosmann, Bodemann) 2:3, 56. (55:50) Daneel (Hungerbühler, Sluka) 3:3, 59. Moser (Schnetzer, Meier) 4:3, 60. Moser (Kellenberger, Meier) 5:3.
Strafen: Wil 3x2, Rheintal 6x2 Minuten.
Rheintal: Metzler (Sauter); Binder, Wiederkehr, Pfennich, Good, Stutz; Thurnherr, Hagen, Waidacher, Bodemann, Moosmann; Wiedner, Egger, Bernard, Bartholet, Zerlauth; Baur, Manser, Monnat, Stoop.
Weiteres Ergebnis: Burgdorf – Prättigau-H. 2:3 n.V.

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