Nach der zweiten Niederlage im zweiten Spiel steht der SC Rheintal mit dem Rücken zur Wand. Die Wiler liessen keine Zweifel aufkommen, wer der Ligakrösus ist, und dominierten von A bis Z. Die wiederum dezimierte Rheintaler Abwehr mit nur fünf Spielern war in vielen Situationen chancenlos. Nur ein kleines Wunder am Donnerstag (20.15 Uhr, in Wil) kann diese Serie noch verlängern, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Trotzdem gab es auch Positives zu vermelden. Franco Tanner wurde nach 25 Jahren von Luca Binder als Rekordspieler des SC Rheintal abgelöst. Er hat mit 381 Pflichtspielen für die Luchse einen neuen Rekord aufgestellt. Und ein Ende ist für den 31-Jährigen noch lange nicht in Sicht – er peilt bereits die 500er-Marke an.
Der Wiler Blitzstart killt die ganze Spannung
Die Gäste begannen dann so, wie sie in Herisau aufgehört hatten: mit zwei schnellen Toren. Nach dem 0:3 nach einer Viertelstunde war der Arbeitstag für Torhüter Ramon Metzler zu Ende. Glänzte er in den Spielen gegen Bellinzona mit unzähligen Big Saves, war dies nicht sein Tag. Er überliess seinen Posten Vincent Sauter, der so zu seinem diesjährigen Playoff-Debüt kam.
Sauter hielt, was zu halten war und die Verteidiger nicht abwehren konnten. Doch in der Abwehr fehlten mit dem verletzten Cedric Egger und dem erkrankten Lukas Thunrherr zwei wichtige Stützen, die nicht zu ersetzen waren. Zwei weitere Tore der Wiler im Mittelabschnitt dämpften die letzten Hoffnungen auf eine Wende. Die Luchse erspielten sich zwar auch viele gute Möglichkeiten, ihre Chancenauswertung war aber unglücklich. So stand es nach zwei Dritteln 0:5 und kurz nach der zweiten Pause 0:6.
Unrühmliches Ende mit zu vielen Strafen
Das Ehrentor zum 1:6 von Topskorer Mica Moosmann blieb die einzige magere Ausbeute der Hausherren und liess das Resultat etwas besser aussehen. Danach führten Sticheleien und Provokationen zu vielen Strafen, die völlig unnötig waren und bei diesem Spielstand einen bitteren Nachgeschmack hinterliessen. So verbrachte auch der Rekordspieler die letzten Minuten des Spiels, wie bei einem harten Verteidiger nicht unüblich, auf der Strafbank. Kent Daneel fixierte mit seinem vierten persönlichen Treffer das Schlussresultat von 1:7 und zeigte, dass die Wiler auch Powerplay können – alle vorgängigen Versuche waren in der schmalen SCR-Abwehr versandet.
Die Rekordkulisse von fast 600 Fans erlebte ein unterhaltsames Spiel mit einseitiger Torverteilung, musste das Kommen aber nicht bereuen. Der russische Herisau-Trainer Konstantin Kurashev, der das Spiel auf der Tribüne schaute, sagte nur: «Das Leben ist trotzdem schön.» Weiter geht’s nun am Donnerstag in Wil. Danach ist für den SCR entweder Saisonende oder am Samstag das vierte Spiel in Dornbirn.
1. Liga, Playoff-Halbfinal, Spiel 2
Rheintal – Wil 1:7 (0:3, 0:2, 1:2)
KEB Aegeten – 582 Zuschauer – SR: Gamper; Bucher, Sudik.
Tore: 3. (2:10) Sluka (Giannone, Daneel) 0:1, 3. (2:38) Daneel (Isenschmid) 0:2, 13. Daneel (Giannone, Hungerbühler) 0:3, 33. Giannone (Hungerbühler) 0:4, 35. Daneel (Sluka, Giannone) 0:5, 47. (46:12) Moser (Meier, Kellenberger) 0:6, 47. (46:44) Moosmann (Bodemann) 1:6, 59. Daneel (Sluka, Giannone) 1:7.
Strafen: Rheintal 7x2, Wil 4x2 Minuten.
Rheintal: Metzler (Sauter); Manser, Wiederkehr, Pfennich, Good, Stutz; Binder, Hagen, Waidacher, Bodemann, Moosmann; Wiedner, Monnat, Bartholet, Stoop; Bernard, Baur, Zerlauth.
Stand in der Serie: 0:2.
Weiteres Ergebnis: Prättigau-H. – Burgdorf 6:0 (2:0).
SC Rheintal verliert Spiel zwei deutlich und liegt nun 0:2 zurück