Auf sozialen Medien werden Jugendliche täglich mit Bildern und Videos konfrontiert, die oft wenig mit der Realität zu tun haben: stereotype Schönheitsideale, übertriebene Fitnesstrends und wechselnde Tipps rund um Pflege und Attraktivität. Diese können das Körperbild beeinflussen und die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen verstärken.
Wie Eltern ihre Kinder dabei begleiten können und wo Gefahren lauern, war Thema des Präventionsanlasses «nobody and no body is perfect» der Kommission «alles KLAR» im Oberstufenzentrum Oberriet. Rund 30 Eltern sowie Mitglieder von «alles KLAR» und des Gemeinderates nahmen am Referat von Nicole Heuberger teil.
Zwischen Idealen und Wirklichkeit
Die diplomierte ernährungspsychologische Beraterin IKP ist Angebotsleiterin von Bodytalk beim Verein PEP (Prävention Essstörungen Praxisnah). Anhand von Statistiken, Studien und Umfragen zeigte Heuberger auf, wie Jugendliche soziale Medien nutzen und welche Auswirkungen diese auf sie haben können. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung und Inspiration, sondern auch um Stress, Vergleiche und den Umgang mit negativen Gefühlen. So können soziale Medien dazu dienen, die eigene Stimmung zu regulieren oder unangenehmen Gefühlen auszuweichen.
«Gleichzeitig kann der ständige Vergleich mit vermeintlichen Idealbildern die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen verstärken und weitere negative Gefühle auslösen. Ein Teufelskreis», wie Heuberger festhielt. Sie betonte allerdings auch, dass der Konsum sozialer Medien nicht ausschliesslich dramatisiert werden dürfe. Bei massvoller Nutzung würden diese durchaus Chancen bieten, etwa für den Austausch mit Gleichgesinnten, die Pflege von Kontakten oder das gemeinsame Lernen.
Eltern als wichtige Vorbilder
Grundsätzlich seien Eltern wichtige Vorbilder im Leben ihrer Kinder und sollten deshalb auch ihre eigene Haltung immer wieder hinterfragen, hielt die Referentin fest. «Dazu gehört, den eigenen körperlichen Makeln mit Wohlwollen zu begegnen und das Aussehen anderer nicht zu kommentieren. Ebenso wichtig ist es, im Familienalltag eine ausgewogene Balance zwischen Bewegung und Genuss zu fördern und dem Leben mit Toleranz und Humor zu begegnen», riet Nicole Heuberger. Der Informationsabend gab Einblick in ein Thema, das viele Familien beschäftigt.
Beim Apéro und im persönlichen Austausch stellten einige Anwesende fest, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen sozialer Medien auf das eigene Körperbild dem Anlass zusätzlichen Nutzen verliehen hätte. Konkretere Tipps, wie sie ihre Kinder im Alltag diesbezüglich stärken können, hätten den Vortrag aus ihrer Sicht ebenfalls bereichert.
Schönheitsideale auf Social Media setzen Jugendliche unter Druck