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Das Sportjahr 2025 27.12.2025

Siege, Titel, Rekorde; Events und Rücktritte sowie ein grosser Verlust

Ob Janis Beuggert, Fynn Lanter, Alexandra Bieri, Armin Buschor, Timm Kellenberger oder Leni Leufen: 2025 feierten zahlreiche Sportlerinnen und Sportler aus der Region Erfolge. Die Events waren gut besucht. Daneben gab es Rücktritte sowie einen sehr schmerzlichen Verlust.

Von Remo Zollinger
aktualisiert am 31.12.2025

Die Leichtathletik hat schweizweit in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Im Rheintal ist das nicht anders. Der STV Oberriet-Eichenwies hat ein historisches Podest erreicht, der KTV-Altstätter Damian Steiger in Lausanne die Limite für die EYOF, eine Art U18-Olympia. Sein Vereinskollege Sandro Graf wurde an den Schweizer Hallenmeisterschaften in St.Gallen Dritter im Dreisprung und holte damit seine erste Elite-Medaille.

Grosse Geschichten haben auch Janis Beuggert (STVOE) sowie Fadri Rüdisühli vom STV Balgach geschrieben. Sie hamsterten an verschiedenen Events neue persönliche Rekorde und Schweizer Meistertitel. Sie bewiesen damit, dass Champions auch weniger grossen Vereinen als jenen aus den Städten entstammen können.

Mitglied des Radfahrervereins Altenrhein ist Fynn Lanter. Der Biker setzte das Zweirad-Ausrufezeichen des Jahres, indem er an der Schweizer Cross-Country-Meisterschaft in der Kategorie U19 die Goldmedaille gewann. Abgesehen davon war das Radsportjahr etwas ruhiger als üblich, was aber nicht so bleiben wird. Die Ziele für 2026 sind hoch, es werden wieder ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer am Start stehen.

Fynn Lanter.
Fynn Lanter.
Bild: Archiv

Im Ringen gibt es nicht nur die Mannschafts-, sondern auch die Einzelmeisterschaften. Sandro Hungerbühler von der RSK hat dabei überzeugt: Er gewann einen Schweizer Meistertitel, erreichte einmal SM-Bronze sowie den fünften Rang an der U20-Europameisterschaft. Er steht sinnbildlich für die gute Jugend der Vereine aus Kriessern sowie Oberriet-Grabs, im letzten Jahr gab es nämlich noch mehr SM-Titel zu bejubeln. Die Titelträger heissen auszugsweise Manuel Zäch, Joel Gächter, Andreas Vetsch oder Tinio Ritter.

Erfolge mit der Landkarte, mit Hunden und Autos

Besonders auffällig ist die Bandbreite an Sportarten, die in der Region ambitioniert betrieben werden. Monika Ammann etwa startete an der Senioren-WM im Orientierungslauf in Girona, Spanien, und sicherte sich dort ihren fünften Sprint-OL-Weltmeistertitel. Alexandra Bieri betreibt mit ihren Whippet-Windhunden Coursing und gewann mit der Herzkaro die Schweizer Meisterschaft. Die Hündin war dabei erst 18 Monate jung, bestritt ihren fünften Wettkampf. Deutlich älter sind die Autos, die die Altstätter Motorsportlegende Armin Buschor lenkt. Vor Tausenden Fans entschied er am Bergrennen Oberhallau die Kategorie Gruppe K historisch bis 2000 für sich.

Punktgenaue Sprünge und neues U18-Aufgebot

Angela De Felice hat in diesem Jahr den Sprung in die Elite gewagt. Den Erfolgshunger der jungen Boxerin bremste diese grosse Herausforderung nicht. Sie wurde auch bei den Erwachsenen Schweizer Meisterin. Bei den Jüngsten überhaupt fahren Hank und Lewis Dörig mit. Die Brüder aus Schachen bei Reute sind sieben- und fünfjährig, jedoch schon erfolgreich im Motocross unterwegs. Lewis siegte sogar im Alpencup.

Shania Rose Hutter (unten) in ihrer Einheit mit Junia Langenegger.
Shania Rose Hutter (unten) in ihrer Einheit mit Junia Langenegger.
Bild: pd

Im Geräteturnen holte das Rheintaler Duo Flavio Hauser und Fabio Heule Team-Silber an den Schweizer Meisterschaften. Im Akrobatikturnen stellte die Diepoldsauerin Shania Rose Hutter mit zwei Siegen ihr riesiges Potenzial unter Beweis. Und der 19-jährige Boxer Timm Kellenberger aus dem Appenzeller Vorderland erreichte an der EM den Viertelfinal.

Eine schöne Bestätigung, in die richtige Richtung zu gehen, gab es kürzlich für Leni Leufen: Die junge Berneckerin gehört in der Rhythmischen Gymnastik auch 2026 zum U18-Natikader. Eine besondere Sportart übt der Auer Marcel Schuster aus: Zielfallschirmspringen. An der WM waren nur zwei Teilnehmer besser als er – seine Landungen erfolgten punktgenau. In dieser alphabetisch geordneten Liste zuletzt kommt Helena Zäch – dies soll den Erfolg aber keineswegs schmälern: Die Judoka aus Eichberg wurde auch in diesem Jahr Schweizer U18-Meisterin.

Das Rheintal zeigt sich einzigartig sportbegeistert 
Wer im Rheintal einen Sportevent auf die Beine stellt, wird dafür belohnt. Dies zeigten drei Anlässe, die nicht jedes Jahr stattfinden. Aber auch die etablierten Sportevents in der Region stiessen wieder auf viel Publikumsinteresse.
Die Ringerstaffel Kriessern gab alles. Sie organisierte mitten im Dorfzentrum ein Schwingfest, das die Fans nicht so schnell vergessen sollten. Dies ist den wackeren Ringern gelungen, doch unvergessen ist das Fest auch, weil es den ganzen Tag wie aus Kübeln geregnet hat.

Der Atmosphäre tat dies jedoch keinen Abbruch, erschienen doch 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die die RSK für ihren Aufwand mit einer schönen Kulisse belohnten. Und auch die Rheintaler Schwinger zeigten sich gut. Fabian Ulmann hatte ohnehin eine starke Saison; er gewann als erster Rheintaler seit 29 Jahren ein Schwingfest und stand auch am «Eidgenössischen» in Mollis im Einsatz. Dort schied er nach dem sechsten Gang aus, genoss seinen grossen Auftritt aber auch.

Um zwei Räder drehten sich zwei Events, die 2025 erstmals in der Rheintaler Sportagenda zu finden waren: der Grand Prix Jolandaland und das Cycle Valley. Ab Widnau hatten am GP Jolandaland alle die Möglichkeit, interessante Strecken gemeinsam mit der Olympiasiegerin zu absolvieren. Die Thalerin zeigte sich dabei nahbar und sehr gut aufgelegt – ihre Laune übertrug sich auf das Teilnehmerfeld und das Publikum. Auch wenn nicht so viele teilnahmen, wie im Vorfeld erhofft wurde, war die erste Austragung ein schöner Erfolg. Ein solcher war auch das Cycle Valley in Au, an dem sich drei Tage lang alles um den Radsport in seinen vielen Facetten drehte. Besonders die Vielfalt des Programms gefiel den Besucherinnen und Besuchern.

Daneben waren viele weitere Sportevents sehr gut besucht – Rhylauf, Rhystafette, Rhyathlon, Städtlilauf, Pokalturnier, Supermoto, Forstrennen, Tönirennen und viele mehr: Die Region zeigt stets, was ihr an ihren liebgewordenen Anlässen liegt. Ein Beispiel dafür ist die Rhystafette. Der Traditionsanlass in Rüthi hat sich auf dieses Jahr hin einem kleinen Facelifting unterzogen, kommt moderner und zeitgemässer daher als zuvor. Und die Teilnehmenden dankten es den Organisierenden mit ihrer Präsenz. Auch in Rüthi fand wieder das grosse Grümpelturnier statt – und erstmals seit langer Zeit wieder «Dä schnellst Rüthner».

Er war eine grosse, treibende Kraft

Am 21. Juli erreichte die Redaktion eine schreckliche Meldung. Alexander Schawalder, erfolgreicher Triathlet und langjähriger Organisator des Rhyathlons, ist verstorben. An einem Aquabike-Wettkampf in Österreich erlitt er während des Schwimmens einen Herzstillstand. Er konnte nicht gerettet werden.

Alexander Schawalder
Alexander Schawalder
Bild: Archiv/rez

Alexander Schawalder trat in der regionalen Sportszene stets als grosse, treibende Kraft in Erscheinung. Nicht nur sein erfolgreiches Schaffen bleibt in Erinnerung, sondern auch seine nahbare, authentische Art. Mit dieser schaffte es «Schawi», unzählige Menschen zur Teilnahme am Rhyathlon zu bewegen. Er bildete eine Gruppe mit ambitionierten Triathletinnen und Triathleten aus der Region, die er gratis trainierte. Am Geld sollte keine Karriere scheitern.

Und er belebte die Region mit dem Rhyathlon. Dieser war ihm besonders wichtig; unter seiner Leitung gab es Teilnahmerekorde. Nun lebt Alexander Schawalder nicht mehr. Er fehlt der Rheintaler Sportszene sehr. Der Rhyathlon wird in seinem Sinn weitergeführt.

Auch 2025 gab es einige Abschiede

So wie in jedem Jahr Newcomer auf der Bildfläche erscheinen, gibt es solche, die ebendiese für immer verlassen. Auch 2025 gingen wieder grosse Sportkarrieren zu Ende.

Viele Erfolge feierte im Lauf seines sportlichen Werdegangs Marc Bischofberger. Der in Marbach wohnhafte Oberegger begeisterte in der Region und darüber hinaus mit seinen waghalsigen und von Erfolg gekrönten Läufen im Skicross. «Bischi» gewann vier Weltcuprennen sowie einmal die Weltcup-Gesamtwertung in dieser spektakulären Disziplin. Und 2018 holte er an den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang die Silbermedaille. Mit einem rauschenden Fest am Skilift Oberegg setzte er im Frühjahr 2025 gemeinsam mit seinem Fanclub den Schlusspunkt hinter die Karriere.

Im Alter von 36 Jahren trat Thomas Litscher im Herbst vom aktiven Rennsport zurück. Der Mountainbiker hat in der Karriere viel erreicht – und zeigte auch 2025, dass noch mit ihm zu rechnen ist. Im portugiesischen Melgaço gewann er an der Europameisterschaft im Short Race hinter dem Solothurner Luca Schätti die Silbermedaille. Litscher holte schon zwei Jahre zuvor in dieser Disziplin EM-Bronze. Thomas Litschers Karriere verlief nicht ohne Zwischentiefs – der Thaler verstand es aber immer wieder, nicht aufzugeben, aufzustehen, sich in die Spur zurückzukämpfen. Für diese vorbildliche Einstellung belohnte er sich immer wieder mit schönen Erfolgen.

Sahin Irisme.
Sahin Irisme.
Bild: Archiv/hst

Mit Sahin Irisme ist 2025 ein Fussballer zurückgetreten, der die regionale Szene geprägt hat wie nur wenige vor ihm. Gut 20 Jahre lang war er ein fester Bestandteil von dieser; er spielte bei Widnau, Gossau, Altstätten und Diepoldsau-Schmitter. Sahin Irisme war ein Spieler, der auf dem Platz stets ein Vulkan war, der Gegner und Schiedsrichter bis zur Weissglut treiben konnte. Gleichzeitig war er aber auch absolut genial und wurde mehrfach Rheintaler Torschützenkönig. Und neben dem Feld mochten ihn auch die Gegner und die Schiedsrichter, legte er doch stets eine sehr angenehme Art an den Tag.

Nur die internationale Karriere beendet hat der Ringer Maurus Zogg, der weiter für den RCOG kämpft. Er war zehn Jahre Nati-Mitglied und sagte zum Abschluss: «Die Schweiz zu vertreten, war mir eine Ehre.»

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