Die Hochwasserschutzdämme am Rhein werden laufend überprüft. Dabei ist bei der Auswertung der Jahresinspektion 2023 aufgefallen, dass am Schweizer Rheinufer, ab zirka Höhe Ill-Mündung bis Zollbrücke Oberriet der Uferschutz sanierungsbedürftig ist. Da der Rhein dort eine Rechtskrümmung aufweist, ist das linke Ufer durch die Strömung stark belastet. Aus diesem Grund sind die Steinblöcke der Ufersicherung, die den Damm vor Erosionen schützen, teilweise abgerutscht. Eine Sanierung ist nötig, wie die Internationale Rheinregulierung in einer Medienmitteilung schreibt. Die Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts Rhesi, die in diesem Abschnitt erst in 25 Jahren beginnt, könne nicht abgewartet werden.
Strömung umlenken oder Ufer strukturieren
Im Zug der Konzepterstellung für die Sanierung des zwei Kilometer langen Abschnitts werden zwischen dem 10. und dem 13. März 14 Sondagen durchgeführt. So kann der Zustand des betroffenen Uferschutzes besser beurteilt und es können Rückschlüsse über den Sanierungsumfang gezogen werden. Weiter werden Pfahlrammversuche durchgeführt. Holzpfähle im Fluss übernehmen verschiedene Aufgaben. Sie können beispielsweise die Strömung vom Ufer weglenken oder das Ufer strukturieren und so ökologischer zu gestalten.
Versuch mit acht Pfählen
Die einfachste Art, Pfähle im Flussraum zu verankern, ist, diese ins Flussbett zu rammen. Die dafür vorgesehenen Pfähle haben eine Länge von acht Metern und einen Durchmesser von 40 bis 45 Zentimeter. Sie werden unten angespitzt und wenn nötig mit einer Eisenspitze versehen. Dann wird auf einer Kiesbank eine Mulde ausgehoben, die bis zu einem Meter unter den Wasserspiegel reicht. Eine Pfahlvibroramme drückt die Pfähle dann mit Druck und Vibration in den Untergrund. Dieses Verfahren ist jedoch nicht bei jedem Untergrund möglich. Bei felsigem Untergrund oder wenn grosse Steinblöcke vorkommen, ist die teilweise Versenkung der Pfähle nicht möglich.
Am 12. März werden auf Höhe Kilometer 64.8., gegenüber der Ill-Mündung, acht Pfähle versuchsweise auf einer Kiesbank in den Untergrund gerammt. Die Testrammungen sollen zeigen, ob Holzpfähle für die Uferstrukturierung and dieser Stelle geeignet sind oder ob ein anderes Verfahren zur Anwendung kommen muss. Während der Arbeiten wird der Vorgrundweg aus Sicherheitsgründen gesperrt.
Sperrung am Rheinvorland: Darum werden acht Meter lange Holzpfähle in den Fluss gerammt