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Eishockey vor 2 Stunden

Starkes Boxplay und Powerplay: Drei Doppeltorschützen schiessen den SC Rheintal in die Halbfinals

Mit einem 6:1-Erfolg in Bellinzona zieht der SC Rheintal mit 3:1 Siegen in die 1.-Liga-Playoff-Halbfinals ein. Die Entscheidung im Tessin fiel bereits im Mitteldrittel durch zwei Powerplay-Tore von Mica Moosmann.

Von Sepp Schmitter
aktualisiert vor 1 Stunde

Die Luchse haben den Sack zugemacht: Mit viel Einsatz und guter Übersicht drehten sie einen frühen Rückstand und gerieten nie in Gefahr, das Spiel zu verlieren. Auch das Abschlussglück war auf Rheintaler Seite. Aber das kommt nicht von allein, das mussten sie hart erkämpfen. Der Siegeswille war bei den Rheintalern klar grösser als bei den Tessinern.

Wil, Burgdorf, Grüsch oder Widnau?

Der SC Rheintal hat in dieser Saison 29 Meisterschaftsspiele bestritten. 15 Mal hat der Verein ein Heimspiel organisiert und 14 Mal eine Auswärtsreise koordiniert, gern auch unter der Woche ins Emmental oder ins Tessin. Die 20 Spiele in der Qualifikation standen schon im Voraus fest, in der Masterround und vor allem den Playoffs werden die Spielansetzungen nach dem Gesetz der Natur kurzfristiger. In dieser Woche wird vom SC Rheintal besonders viel Flexibilität verlangt: Wo und gegen wen er am nächsten Samstag in die Playoff-Halbfinals starten wird, entscheidet sich nämlich erst morgen Donnerstag nach 22 Uhr. Dann enden die Spiele Prättigau – Argovia und Burgdorf – Reinach, die über das Halbfinal-Tableau entscheiden. Nach Papierform spielt der Erste der Masterround gegen den Vierten und der Zweite gegen den Dritten. Dieser Fall tritt ein, wenn sich beide Favoriten (Prättigau und Burgdorf) durchsetzen. Dann trifft der SC Rheintal auf Gruppensieger Wil, zuerst auswärts und am Dienstag erstmals vor heimischer Kulisse. Gelingt allerdings Argovia in Grüsch ein Aussenseitersieg, ist der EHC Burgdorf der Gegner des SC Rheintal. Setzt sich dagegen Reinach in Burgdorf durch, bekommen es die Rheintaler mit Prättigau zu tun. Sowohl gegen Burgdorf als auch gegen Prättigau müsste der SCR zuerst auswärts antreten, weil er die Masterround hinter ihnen beendete. Gewinnen beide Aussenseiter ihre Serie, startet Rheintal gar mit einem Heimspiel gegen die Argovia Stars in die Halbfinals. Egal, wie der Gegner heisst, die Aufgabe bleibt unverändert: Um in den Playoff-Final zu kommen, muss der SCR drei Spiele gegen den nächsten Gegner gewinnen. (ys)

Die Halbfinals beginnen am kommenden Samstag, 21. Februar. Der Gegner ist noch offen, weil die Favoriten Prättigau (gegen Argovia) und Burgdorf (gegen Reinach) am Donnerstagabend noch in einem Entscheidungsspiel bestehen müssen. Setzen sie sich durch, trifft der SCR auf den Gruppensieger EC Wil, der ebenfalls am Dienstag mit einem 6:2-Sieg in Wallisellen das Halbfinal-Ticket gebucht hat. 

Blitzstart der Tessiner mit Shorthander gekontert

Die Rheintaler waren noch nicht richtig im Spiel angekommen, da lagen sie schon im Rückstand. Alessio Vezzoli konnte nach 1:30 Minuten Ramon Metzler bezwingen, es sollte aber der einzige Treffer der Tessiner bleiben. Denn nach diesem Weckruf übernahmen die Gäste das Spieldiktat. Markus Waidacher luchste in Unterzahl dem hintersten Mann der Tessiner die Scheibe ab und schob im Stil eines Penaltys zum Ausgleich ein. Und nur zwei Minuten später doppelte Waidacher nach und traf zur viel bejubelten ersten Führung der Gelb-Blauen.

Rund ein Viertel der nur 47 Zuschauenden im Centro Sportivo waren aus dem Rheintal angereist. Mit Waidachers Doppelschlag waren die Weichen gestellt, aber es blieb trotz vieler guter Möglichkeiten beim knappen 2:1-Vorsprung zur Pause. Kurz vor Spielhälfte kassierten die Tessiner gleich zwei Strafen und bei doppelter Überzahl funktionierte das Powerplay für einmal wie am Schnürchen gezogen. Nach Pass von Mathias Hagen und Yanick Bodemann hämmerte Mica Moosmann den schwarzen Kobold in die Maschen. Die zweite Strafe lief noch, und das zweite Powerplaytor war wie eine Fotokopie des ersten: Moosmann traf auf Pass von Hagen und Bodemann. Damit war den Tessiner Giftschlangen der Zahn gezogen und ihr Kampfwille gebrochen. Und auch Mica Moosmann hatte wie Sturmkollege Markus Waidacher seine Tordoublette. 

Volle Konzentration und die Zeit für uns arbeiten lassen. Nach dieser Taktik konnten die Stüssi-Boys den Schlussabschnitt gestalten und das Spiel kontrollieren. Das kurze Aufbäumen der Hausherren bändigte Ramon Metzler mit seinen Paraden, zu mehr als einem Pfostenschuss reichte es dem Heimteam nicht.

Dann kam noch das Schaulaufen von Jordan Pfennich, der seine Playoff-Form gefunden hat. Bei seinem Solo in der 46. Minute behielt er die Nerven und stellte auf 5:1. Im Powerplay nach 54 Minuten kreiste die Scheibe von Wiederkehr über Stutz zu Pfennich, der sich zum dritten Doppeltorschützen des Abends machte. Mit diesem Polster konnte der Rest auch noch abgespult werden und den enttäuschten Tessinern gelang nicht einmal mehr eine Resultatkosmetik.

Damit gewannen die Rheintaler sechs der sieben Saisonduelle gegen Bellinzona und ziehen verdient in die Halbfinals ein. 

1. Liga, Playoff-Viertelfinal

Bellinzona – Rheintal 1:6 (1:2, 0:2, 0:2)
Gesamtstand (Best-of-5): 1:3
Centro Sportivo – 47 Fans – SR: Graber (Vendrame, Delgrosso).
Tore: 2. Vezzoli 1:0, 13. Waidacher (Strafe Rheintal) 1:1, 16. Waidacher (Bodemann, Moosmann) 1:2; 30. Moosmann (Hagen, Bodemann; 2 Strafen Bellinzona) 1:3, 31. Moosmann (Hagen, Bodemann; Strafe Bellinzona) 1:4; 46. Pfennich (Stutz, Good) 1:5. 54. Pfennich (Stutz, Wiederkehr) 1:6.
Strafen: Bellinzona 5 x 2, Rheintal 3 x 2 Minuten.
Rheintal: Metzler; Binder, Wiederkehr; Thurnherr, Hagen; Wiedner, Egger; Good, Pfennich, Stutz; Bodemann, Waidacher, Moosmann; Bartholet, Bernard, Zerlauth.


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