Durch den Punktgewinn hat Widnau den Sprung über den Strich geschafft und hat nun einen Zähler Vorsprung auf Höngg. Die Stadtzürcher verloren am Mittwochabend das Nachtragsspiel gegen Freienbach mit 0:2.
Der FC Dietikon ist mit über 1000 Mitgliedern und rund 350 Junioren der grösste Club im Limmattal. Dietikon ist der Bezirkshauptort des gleichnamigen Bezirks Limmattal. Mit gut 28'000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist es die fünftgrösste Stadt des Kantons Zürich.
Am 1. September 1908 schlug die Geburtsstunde des FCD, der anfangs FC Fortuna hiess. Zum ersten Mal in die 1. Liga stieg der Club in den 50er-Jahren auf. Der FC Dietikon hatte damals riesigen Publikumszuspruch, oft lag die Zuschauerzahl im vierstelligen Bereich. 1966 stieg der Verein wieder in die 2. Liga ab. Anfang der 90er-Jahre war Dietikon Drittligist. 2002 glückte wieder der Aufstieg in die 2. Liga und 2011 jener in die Interregio. Dreimal stiegen die Zürcher in die 1. Liga auf, zweimal stiegen sie wieder in die Interregio ab. Diese Saison ist die dritte Erstliga-Spielzeit seit dem Aufstieg 2023.
Am letzten Sonntag gastierten die Zürcher auf dem Kunstrasen des Wiler Bergholz bei der St. Galler U21 und verloren 1:2. Die Gäste gingen in der 34. Minute durch Valdrin Dalipi, der in den letzten drei Spielen immer getroffen hat, in Führung. Bis in die 87. Minute führten die Zürcher, dann erzielte Igor Jacovic nach einem Corner von Vincent Spari den Ausgleich. Und in der 93. Minute schwamm den Dietikern auch der eine Punkt noch weg: Der Seveler Fabio Rissi profitierte von einem Abpraller und traf zum 2:1 für den FCSG.
Widnau verlor das Hinspiel im Herbst mit 0:4
An das Hinspiel auf der Dornau am 13. September 2025 hat Widnau keine guten Erinnerungen, die Partie ging 0:4 verloren. «Das Spiel in Dietikon gehörte nicht zu unseren besten Darbietungen. Vor allem haben wir den Anfang verschlafen und sahen bei ein bis zwei Gegentoren in der Defensive nicht wirklich gut aus», sagt Captain Diego Liechti. Beim ersten Gegentor profitierte der FCD von einem Widnauer Ballverlust im Mittelfeld. Die Gastgeber schalteten sofort um, der pfeilschnelle Franzose Freddy M’Biye, der diese Saison bereits elfmal traf und interner Topskorer ist, bediente den Bündner in Diensten des FCD, Marc Triet, und es hiess 1:0.
Vier Minuten später erzielte Leonardo Beuggert mit einem unhaltbaren Schuss aus 18 Metern das 2:0. Liechti: «Wir kamen aus zwei Spielen, in denen wir 0:3 (gegen Freienbach) und 0:5 (in Collina d’Oro) verloren hatten. Dann kassierst du innerhalb der ersten zehn Minuten zwei Tore. Das war alles andere als optimal für die Motivation.» Beim 3:0 in Minute 63 entwischte M’Biye der Rheintaler Defensive und beim 4:0 eine Viertelstunde vor Schluss traf der eingewechselte Peter Ugljesic per Kopf nach einer Flanke von Triet, der bei der St.Galler U18, Gossau und Balzers spielte.
Dietikon hat Spieler mit Nati-Erfahrung in seinen Reihen: Marvin Assane absolvierte für Tschad fünf Länderspiele, das letzte im November 2024 gegen Afrikameister Elfenbeinküste (0:4). Der 23-jährige Luis Mestre ist 22-facher Schweizer U-Natispieler und Dayan Saholoma stand zweimal im Kader der Zentralafrikanischen Republik, kam aber nicht zum Einsatz.
Zwei bekannte Gesichter sitzen auf der Trainerbank: Cheftrainer Daniel Tarone war unter anderem Co-Trainer bei St.Gallen und stand mit Jeff Saibene und Joe Zinnbauer während 245 Spielen an der Seitenlinie. Als Spieler war er unter anderem bei Aarau und dem FCZ unter Vertrag. Sein Assistenztrainer ist Jagne Pa Modou, ein Name, der beim St.Galler Anhang gute Erinnerungen weckt. Der 36-jährige Gambier ist 43-facher Nationalspieler und schoss seine Tore von 2009 bis 2013 für den FCSG. Mit Sion und dem FCZ wurde er Cupsieger. Seit dem 1. Juli 2024 ist er Tarones Assistent.
«Das Team hat eine tolle Moral gezeigt»
Am letzten Sonntag erzielte Collina d’Oro auf der Aegeten mit seiner zweiten Torchance in der 70. Minute das 0:2. Es sah aus, als würde sich Widnau für den starken, beherzten Auftritt, die vielen gewonnenen Zweikämpfe und den unbändigen Kampfgeist nicht belohnen. Dann gelang es doch. Trainer Andreas Lüchinger sagt: «Das Team hat eine tolle Moral gezeigt.» Der Aufsteiger schaffte durch einen Kopfball von Liechti und einen wunderbaren Daniel-Lässer-Freistoss aus 28 Metern innert sechs Minuten den Ausgleich. Und am Schluss fehlte zum Sieg gar nicht viel. Timon Cabezas’ Kopfball ging nur knapp vorbei und bei einem Abschluss von Lirim Shala in der Nachspielzeit blieb Glücksgöttin Fortuna den Tessinern hold.
Der Widnauer Captain sagt: «Das Spiel gegen Collina d’Oro hat uns gezeigt, dass wir vieles schaffen können, wenn wir daran glauben. In der Aufstiegssaison haben wir bewiesen, dass wir jeden Match noch drehen können.» Dieses Selbstvertrauen sei ein wenig verloren gegangen. «Am Sonntag haben wir dieses alte Gesicht wieder gezeigt», sagt Liechti. Natürlich wäre noch mehr möglich gewesen, aber der Verlauf des Spieles zeige, dass die Mannschaft gewillt sei und immer noch lebe.
Andreas Lüchinger schätzt Dietikon ähnlich stark ein wie Collina d’Oro: «Wir müssen wieder ans absolute Limit gehen. Diesmal wollen wir die drei Punkte holen.» Man darf gespannt sein, wie sich die Widnauer gegen Dietikon aus der Affäre ziehen. Fraglich sind für Sonntag Timo Faleschini und Lars Ivanusa. Dafür können die Lüchinger-Brüder wieder auf Carlos Daniel Giovetti de Almeida und Simeon Weber zählen, die gegen Collina d’Oro gesperrt waren.
Spielbeginn ist um 14 Uhr. Aber Achtung: Nicht vergessen, die Uhren am Sonntagmorgen um eine Stunde vorzustellen. Sonst reicht es nur zu einer Halbzeit auf der Aegeten.
Team des Trainerduos Tarone/Pa Modou zu Gast in Widnau