Es war einer dieser Nachmittage, an denen für Thal und Umgebung vieles zusammenpasste. Gegen Uzwil IV stand am Ende ein verdienter 4:2-Erfolg – ohne eine Niederlage. Den Grundstein legte Dennis Aeberhard. Ruhig, geduldig und mit feinem Gespür für die Stellung verbesserte er Schritt für Schritt seine Position. Im Endspiel zahlte sich die aktivere Königsstellung aus: ein gewonnener Bauer, ein Freibauer im Zentrum – und schliesslich der sichere Sieg.
Fast spektakulär wurde es bei Ruedi Affeltranger. Ein gegnerischer Angriff auf seinen König drohte gefährlich zu werden, doch ein präziser Läuferzug entschärfte die Situation. Es folgte ein Gegenangriff wie aus dem Lehrbuch und der zweite Punkt für Thal. Elias Egger blieb seinem Stil treu: offensiv, mutig und stets auf Gewinn spielend. Zwischenzeitlich sah es sogar nach mehr aus, als er eine Qualität gewann. Doch der letzte Schritt zum Sieg wollte nicht gelingen, es gab ein Remis.
Am Spitzenbrett bewies Ivo Walt Nehmerqualitäten. Früh geriet er ins Hintertreffen, doch mit zäher Verteidigung und viel Geduld rettete er sich ins Remis. Die Partien von Reto Grass und Marco Scruzzi endeten ebenfalls remis, womit der Mannschaftssieg feststand. Kein einziger Thaler musste eine Niederlage hinnehmen. Entsprechend gelöst fiel die Heimreise aus.
Rheintal: Lehrstunde gegen ein Spitzenteam
Ganz anders war die Gefühlslage bei Rheintal. Gegen das starke Triesen setzte es eine ½:5½-Niederlage ab – ein Resultat, das den Spielverlauf schonungslos widerspiegelt. Von Beginn weg zeigte sich die Überlegenheit der Gäste; Enrique Lorita und Urs Benninger gerieten früh unter Druck. Kleine Ungenauigkeiten reichten, damit die Gegner die Stellung Stück für Stück in Richtung Sieg kippen konnten. Nach zweieinhalb Stunden war für beide Rheintaler Endstation.
Aufgeben war für die übrigen Rheintaler keine Option. An den verbleibenden Brettern wurde gekämpft, gerechnet und verteidigt – oft mit einem oder zwei Bauern weniger. Andreas Kezic stemmte sich lange gegen die Niederlage, fand immer wieder Ressourcen, doch irgendwann war der Druck zu gross.
Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Pius Steiger. Mit 87 Jahren und nach längerer Turnierpause zeigte er eine bemerkenswerte Partie. Er glich einen Rückstand im Endspiel aus und nach vier Stunden blieb nur noch eines übrig: zwei Könige auf dem Brett – Remis. Es war der verdiente Ehrenpunkt für Rheintal. Robert Sandholzer und Mario Semadeni hielten ihre Partien lange offen, verteidigten mit viel Einsatz – doch auch hier behielt Triesen die Oberhand. Die Erkenntnis des Tages ist klar: In der 2. Liga weht ein schärferer Wind. Für Rheintal ist es eine schmerzhafte, aber wertvolle Erfahrung – und ein Ansporn für die nächsten Runden.
Thal und Umgebung mit Sieg – Lehrstunde für die Rheintaler