St. Margrethen vor 2 Stunden

Trotz Minus: Gemeinderat schlägt einen unveränderten Steuerfuss von 109 Prozent vor

Der Gemeindehaushalt schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 1,64 Mio. Franken. Budgetiert war ein Minus von 3,2 Mio. Franken. Für das deutlich bessere Ergebnis sind höhere Steuererträge und ein höherer Beitrag aus dem Finanzausgleich verantwortlich.

Von gk/red
aktualisiert vor 2 Stunden

Der Aufwandüberschuss 2025 wird mit einem Bezug aus der Ausgleichsreserve gedeckt. Die Reserve reduziert sich damit auf 7,06 Mio. Franken.

Im Wesentlichen sind folgende Faktoren für den Aufwandüberschuss 2025 verantwortlich: Die gesamten Steuererträge 2025 belaufen sich auf 20,95 Mio. Franken. Dies entspricht einer Besserstellung von 1,71 Mio. Franken gegenüber Budget. Infolge höherer Steuererträge wird das Budget bei den natürlichen Personen um 630'000 Franken überschritten. Bei den übrigen Steueranteilen liegt das Plus bei 1,08 Mio. Franken gegenüber dem Voranschlag.

Einen grossen Einfluss hatten erneut die überdurchschnittlichen Steuererträge aus dem Liegenschaftshandel. Zudem erhöhte sich der Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich auf rund das Doppelte vom Vorjahr. Im aktuellen Berichtsjahr liegt die Zahlung aus dem Ressourcenausgleich somit bei 2,7 Mio. Franken.

Weniger Kesb-Verfügungen für junge Menschen

Die Bildungskosten für die obligatorische Schule verzeichnen einen Minderaufwand gegenüber dem Budget von 172'000 Franken, der hauptsächlich auf tiefere Lohnkosten und Schulgelder zurückzuführen ist. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Schulkosten jedoch erneut um 500'000 Franken gestiegen.

Die ungedeckten Pflegekosten im stationären und ambulanten Bereich weisen aufgrund der demografischen Entwicklung weiterhin ein kontinuierliches Wachstum auf. Sie erhöhten sich von 1,06 Mio. im Jahr 2020 auf 1,77 Mio. Franken im vergangenen Jahr. Das entspricht einer Zunahme von rund 67 %.

Die Platzierungskosten in Kinder- und Jugendheimen (Kesb-Verfügungen) liegen trotz leicht sinkender Fallzahlen weiterhin bei 1,65 Mio. Franken, was einem Plus von 180'000 Franken gegenüber Budget entspricht. Zudem wurden Bundesgelder für Integrationspauschalen und Schutzstatus S im Asylbereich im Umfang von 316'000 Franken nicht ausgeschöpft.

Die Gebührenerträge im Grundbuch- und Betreibungsamt führten zu Mehreinnahmen von 138'000 Franken und dadurch zu einer Besserstellung gegenüber dem Budget.

Die Erneuerung und der Werterhalt bei den kommunalen Bauten und Anlagen führen zu wachsenden Kapitalkosten (Abschreibungen und Zinsen). Die Abschreibungen im allgemeinen Steuerhaushalt lagen 2025 bei 1,62 Mio. Franken.

Budget für das aktuelle Jahr

Das Budget 2026 weist mit dem beantragten unveränderten Steuerfuss einen Aufwandüberschuss in Höhe von 2,12 Mio. Franken aus. Dies entspricht einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahresbudget um 1,08 Mio. Franken.

Auf der Einnahmeseite rechnet das Budget 2026 mit Gesamtsteuererträgen in Höhe von 21,36 Mio. Franken. Dies entspricht einem Mehrertrag gegenüber dem Rechnungsergebnis 2025 von 371'000 Franken. Zusätzlich ist mit 4,06 Mio. Franken wiederum ein rund doppelt so hoher Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich budgetiert. Aufwandseitig sind es vor allem die Bereiche Bildung, Gesundheit und Soziales, in welchen erneut steigende Kosten zu verzeichnen sind.

Das Budget der Investitionsrechnung 2026 sieht ein Nettoinvestitionsvolumen von 12,2 Mio. Franken vor mit entsprechenden Kapitalkostenfolgen in den Erfolgsrechnungen der kommenden Jahre. Die Schwerpunkte 2026 liegen wie im vergangenen Jahr beim Alters- und Pflegeheim Fahr, beim Strandbad, im Bereich Verkehr und im Wasserbau (Umlegung des Bergsteigbachs).

Finanzplanung 2027–2029

Der Blick in die Finanzplanjahre 2027–2029 zeigt zum einen, dass die finanziellen Herausforderungen dem Trend der letzten Jahre folgen. In den drei Bereichen Bildung, Gesundheit und Soziales sind steigende Kosten zu verzeichnen. Zum anderen kehren die Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich wieder auf das Niveau von 2022 zurück.

Die Planung rechnet zudem mit leicht steigenden Steuererträgen u. a. bei den Einkommens- und Vermögenssteuern. Diese erwartete moderate Steigerung ist hauptsächlich auf die Erschliessung verschiedener neuer Wohneinheiten im Verlauf der nächsten beiden Jahre zurückzuführen.

Aufwandseitig sind die Finanzplanjahre 2027–2029 von steigenden Kosten in den bereits erwähnten drei Bereichen geprägt. Die Schulkosten steigen aufgrund verschiedener Vorgaben des Kantons sowie der zunehmenden Zahl an Talentschülern und Sonderschulmassnahmen, wobei letztere durch vorgelagerte gemeindeeigene Projekte teilweise reduziert werden sollten. Bei den Sozialhilfe- und den Kindesschutzmassnahmen wird es sich weisen, wie die Kostenentwicklung verläuft und ob der Wachstumstrend der letzten Jahre mit den verschiedenen getroffenen Massnahmen verlangsamt werden kann. Ein weiterer grosser Kostenfaktor werden die ungedeckten Pflegekosten im stationären und ambulanten Bereich bleiben.

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