Nachdem in den vergangenen Wochen an verschiedenen Orten im Gemeindegebiet zahlreiche Sprayereien festgestellt wurden, kündigt die Gemeinde nun ein konsequentes Vorgehen gegen die Verursachenden an. Urs Lüchinger, Gemeindepräsident, gibt an, dass Sprayereien und andere Beschädigungen nun systematisch dokumentiert würden.
Und: «Wir werden jeweils Strafanzeige einreichen.» Das habe man aufgrund der vergangenen Vorfälle künftig beschlossen. Auch die mutmassliche Brandstiftung beim Alten Schützenhaus habe eine Anzeige gegen Unbekannt zur Folge. Passanten hatten dort am Freitagabend des 15. Mai einen in Brand stehenden Holzklotz entdeckt und gemeldet.
Ausserdem würden Optionen für mögliche Videoüberwachungen geprüft. Die Gemeinde bittet die Bevölkerung darum, aufmerksam zu sein und verdächtige Beobachtungen den zuständigen Stellen zu melden.
Graffitis an Orten mit wenig Publikumsverkehr
Betroffen von den Sprayereien sind unter anderem öffentliche Einrichtungen, Trafostationen, Verteilkästen, Fassaden und Bushaltestellen, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Dabei handelt es sich vor allem um Orte mit wenig Publikumsverkehr, sagt Urs Lüchinger. Wie etwa das Rebhüttli, das in den Reben hoch über Balgach steht und in den vergangenen Jahren immer wieder zur Zielscheibe von Vandalismus wurde.
Grosser Aufwand für Gemeinde
Ein aktuelles Beispiel zeige die Problematik laut Urs Lüchinger deutlich auf: Die neue Street-Workout-Anlage wurde noch vor ihrer offiziellen Eröffnung Ende Mai mit Sprayereien verunstaltet. Die zunehmenden Sachbeschädigungen verursachen laut Lüchinger für die Gemeinde einen erheblichen administrativen Aufwand sowie einen hohen Zeitaufwand für den Unterhaltsdienst. Die Kosten seien schwer zu eruieren, aber:
Wir rechnen beim Rebhüttli mit etwa 12 000 Franken.
Neben den Kosten würden die Graffitis auch zu einem unschönen Ortsbild für die Bevölkerung beitragen.
Eltern müssen ihrer Pflicht nachkommen
Die politische Gemeinde Balgach weist in ihrer Mitteilung auch darauf hin, dass Eltern und Erziehungsberechtigte ihrer elterlichen Fürsorge- und Aufsichtspflicht nachzukommen haben. Minderjährige seien über die rechtlichen Folgen von Sachbeschädigungen und strafbaren Handlungen entsprechend aufzuklären und zu einem verantwortungsvollen Verhalten im öffentlichen Raum anzuhalten.
Über die Motivation hinter den Sachbeschädigungen kann Urs Lüchinger nur spekulieren. «Wenn ich das wüsste, könnten wir Abhilfe schaffen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.» Er vermutet unter anderem aber Langeweile, Gruppendruck und Geltungsdrang.
Vandalenakte häufen sich: Gemeinde hat genug von den Schmierereien