VAT Haag schickt 650 Mitarbeitende für mindestens drei Monate in die Kurzarbeit | Der Rheintaler

Wirtschaftlicher Abschwung 15.06.2023

VAT Haag schickt 650 Mitarbeitende für mindestens drei Monate in die Kurzarbeit

Die VAT Gruppe gibt bekannt, dass sie Kurzarbeit für rund 650 Produktionsmitarbeitende in ihren beiden Werken in Haag eingeführt hat. Sie kann bei Bedarf verlängert werden.

Von pd
aktualisiert am 15.06.2023

Die Massnahme wurde vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen für die Dauer von drei Monaten bis Ende August bewilligt. 

Die am Donnerstag versandte Mitteilung für die Medien enthielt folgende Begründung: Der wirtschaftliche Abschwung widerspiegle die stark gesunkenen Ausgaben von Halbleiterkunden im Hinblick auf die verlangsamten Konsumausgaben. Zudem machen die Verantwortlichen die hohen Zinssätze und das geringere Wirtschaftswachstum in diversen Märkten für die Kurzarbeitsmassnahme verantwortlich. Die Halbleiterproduktion sei durch die zunehmend angespannte Handelsbeziehung zwischen den USA und China weiter geschwächt, heisst es weiter.

Das Kurzarbeitsprogramm ermögliche es der VAT, fachlich gut ausgebildete Mitarbeitende zu halten und über die nötigen Ressourcen zu verfügen, damit sie, wie bereits früher kommuniziert, auf die weiterhin für 2024 erwartete Belebung der Nachfrage schnell reagieren könne. Damit wolle das St. Galler Unternehmen die Arbeitsplätze ihrer hoch qualifizierten Produktionsmitarbeitenden sichern. 

Das Management der VAT gehe davon aus, dass sich die Kurzarbeit nicht negativ auf die Kundschaft oder die Produktqualität auswirke. Das Unternehmen habe während des schweren Markteinbruchs in den Jahren 2018 und 2019 ein ähnliches Programm erfolgreich umgesetzt, fasst dieostschweiz.ch gemäss der Mitteilung zusammen.

Die Verantwortlichen der VAT erwarten, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr 2023 gedämpft bleibt und sich 2024 wieder erholt, dynamisiert von langfristigen Treibern wie der globalen Digitalisierung und dem Übergang zu erneuerbaren Energien. Vor diesem Hintergrund tätigt die Firma weiterhin erhebliche Investitionen an ihrem Standort in der Schweiz, unter anderem in ein Innovationszentrum in Haag, das voraussichtlich Anfang 2025 in Betrieb genommen wird.