Altstätten vor 4 Stunden

Virtuose Klangreise mit dem Altstätter Konzertzyklus

Das Karfreitagskonzert des Altstätter Konzertzyklus' lud die Zuhörenden zu einer virtuosen Klangreise mit mit Estelle Revaz (Cello) und Aloisia Dauer (Violine) durch die abendländische Musikgeschichte ein.

Von Arthur Oehler/red
aktualisiert vor 4 Stunden

Beide Künstlerinnen haben bereits Auftritte auf nationalem und internationalem Parkett absolviert und dabei mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern sowie Orchestern zusammengearbeitet. So war Estelle Revaz bereits Gast beim Gstaad Menuhin Festival und trat wiederholt mit dem Violinisten Renaud Capuçon auf. Aloisia Dauer absolvierte ihre Ausbildung an der Universität Mozarteum in Salzburg. Dabei erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Ergänzende Studien betrieb sie am Music Institute of Chicago. 

Die Klangreise – mit den Eckpunkten frühe Neuzeit und Moderne – begann im Zeitalter des Barocks mit drei Inventionen von J.S. Bach (1685-1750), ein Spielfeld für die Beweglichkeit und das Zusammenspiel der Interpretinnen. Noch dem gleichen Zeitraum gehört Georg Frierdrich Händel (1685-1759) an. Seine Passacaglia lässt den Glanz barocker Musik erahnen, hier allerdings in einer Bearbeitung des norwegischen Komponisten Johan Halvorsen.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) war auf der Klangreise vertreten durch sein Duo in G-Dur, ein Stück, das Anmut mit technischer Leichtigkeit verbindet. Es folgte eine Entdeckung: Selten hörte man in unseren Breitengraden Musik von Reinhold Glière (1875-1956), einem russischen Komponisten der Spätromantik. Von ihm erklangen vier kurze Stücke aus der Sammlung «Huit Morceaux» op.39. Mit Jean Sibelius (1865-1957) erreichte die musikalische Reise die Neuzeit. Der Canon in g-moll entfaltet eher eine innere Virtuosität. In stärkstem Gegensatz zu Sibelius' verhaltenem Werk entfaltet das Duo op. 7 von Zoltan Kodaly (1882-1967) ein musikalisches Feuerwerk. Es wurde in seiner in seiner ganzen Vielfalt, in seinen Gegensätzlichkeiten zum Höhepunkt des Konzerts. Volksrhythmen, markante Kontraste und schillernde Passagen stellten die Ausdauer und die Kreativität der Musikerinnen auf die Probe, die sie mit Bravour bestanden.

Den Abschluss des Konzertes bildete Astor Piazollas (1921-1992) Libertango, wo Virtuosität zu Tanz, Leidenschaft und Freiheit wird. Für den  Applaus der Zuhörenden bedankten sich die Künstlerinnen mit einer musikalischen Miniatur: «Waterdrops» von Jean Sibelius.