Laufsport vor 1 Stunde

Vom ersten Halbmarathon zur eigenen Laufgruppe im Rheintal

Die Altstätterin Fabienne Volz-Wüst hat ihre Laufleidenschaft beim Städtlilauf entdeckt. Heute gibt sie diese mit «RunUp by Fabienne» weiter – mit Freude, Motivation und Gemeinschaft im Zentrum.

Von ak
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Wie viele Rheintalerinnen und Rheintaler begann auch für Fabienne Volz-Wüst die Begeisterung für den Laufsport beim traditionellen Altstätter Städtlilauf. Was mit gemeinsamen Läufen mit ihrem Vater Walter begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer Leidenschaft. Obwohl zunächst ihre Schwester Denise die Läuferin in der Familie war, blieb Fabienne Volz-Wüst dem Sport treu und absolvierte mit 20 Jahren ihren ersten Halbmarathon. Den endgültigen Auslöser für ihre Laufleidenschaft markierte ihr 33. Geburtstag: Schwester Denise überraschte sie mit einem Startplatz beim Jungfrau-Marathon.

Von der Skepsis zur Leidenschaft

Fabienne Volz-Wüst reiste nach Interlaken und dachte: «Einmal und nie wieder.» Doch der Lauf wurde zu ihrem Herzenslauf: «Es ist die Kombination aus extremen sportlichen Anforderungen und einer spektakulären alpinen Kulisse – so schön, dass mir unterwegs regelmässig Tränen kommen.» Insgesamt lief sie bisher 18 Marathons. Speziell waren für sie der Frankfurt-Marathon im Jahr 2019, da sie dort ihre beste Marathonzeit lief, London wegen der Stimmung und der Valencia-Marathon, den sie schon dreimal bestritt, «weil er so schön ist.»

Die Altstätterin läuft gerne Marathons, weil sie im Training gerne ein Ziel vor Augen hat. Die Wettkämpfe sind für sie ein Erlebnis. Doch möglichst viele Marathons sammeln will sie deshalb nicht. Ganz oben in ihren Lauferlebnissen reiht sie den 100-Kilometer-Lauf von Biel aus dem letzten Jahr ein: «Einmal an diesem Lauf dabei zu sein, war einfach ein Traum von mir. Dementsprechend emotional war es, als ich nach zwölf Stunden, nach Gewitter und Dauerregen in der Nacht gegen Mittag im Ziel in Biel ankam.»

Läuft Fabienne Volz-Wüst Marathons, geht es ihr nicht nur um die Zeit: «Sondern vor allem, wie sich ein Lauf anfühlt.» So sagte sie im April zu ihrem Zürich-Marathon: «Nicht jeder Marathon ist perfekt – aber es gibt diese Läufe, die sich leicht anfühlen und richtig Freude geben. Genau diesen Spass am Laufen durfte ich erleben.»

Um sich persönlich weiterzuentwickeln, absolvierte die Hobbyläuferin die Ausbildung zur ESA-Leiterin Running beim Bundesamt für Sport (BASPO). Nun brennt sie darauf, ihr Wissen und ihre Begeisterung unter dem Namen «RunUp by Fabienne» zu teilen.

Vom Herzenslauf zur Herzenssache

«Laufen ist mein Hobby, das ich gerne mache. Deshalb finde ich es schön, diese Freude und meine Erfahrungen weitergeben zu können», erklärt sie ihre Motivation. Ein besonderes Anliegen ist der Sportlerin die Förderung regionaler Sportveranstaltungen. Ob Rhylauf, Rhyathlon oder Altstätter Städtlilauf – für Volz-Wüst steht das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund: «Erlebt man diese Anlässe, spürt man die Freude des Miteinanders und die Begeisterung, die das auslöst.»

Um den Einstieg in den Sport zu erleichtern und die lokale Laufbegeisterung zu fördern, hat Volz-Wüst ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Neben dem Treffpunkt für alle am Dienstag 18.15 Uhr beim «Brüggli» auf der Allmend in Altstätten bietet sie am Mittwoch um 18.15 Uhr einen Laufkurs für Anfänger an. Das Programm umfasst weit mehr als reines Ausdauertraining. Unter der Leitung erfahrener und zertifizierter ESA-Leiter werden gezielt Lauftechnik, Kraftübungen sowie Stretching integriert. 

Durch den Einsatz mehrerer Leiter kann individuell auf verschiedene Leistungsniveaus eingegangen werden. So wird sichergestellt, dass niemand überfordert wird und der Spass nicht zu kurz kommt. Fabienne Volz-Wüsts Credo ist klar:

Im Mittelpunkt stehen Freude, Motivation und das Erlebnis.

Das Lächeln, nicht die Zeit zählt

Das gemeinsame Laufen kann, aber muss nicht als Vorbereitung auf den 40. Altstätter Städtlilauf am 5. September genutzt werden. Gestartet wird am 3. Juni, ein Einstieg ist jederzeit möglich. Mal geht es während rund einer Fünfviertelstunde durch das Riet oder dann ins Städtli oder über Hügel. Werden am Dienstag zwischen acht und elf Kilometern gelaufen, sind es am Mittwoch zwei bis drei Kilometer, bei denen jeder  und jede eigenen Tempo laufen kann. 

Fabienne Volz-Wüst selbst läuft bis fünfmal die Woche. Doch sie weiss: «Auch Pausen oder alternative Bewegung, wie zum Beispiel Fahrradfahren, sind wichtig.» Denn am Ende zählt nicht die Zeit auf der Stoppuhr, sondern das gemeinsame Lächeln nach einem Training oder bei einem Zieleinlauf.