«Cool» oder «absolut keine Allüren» oder «völlig auf dem Boden geblieben»: So und ähnlich tönten die Attribute des Publikums, wenn sie vom Aushängeschild des 51. Gesa-Cups, Simon Ehammer, sprachen. Geduldig und gut gelaunt erfüllte er die vielen Autogramm- und Selfie-Wünsche seiner kleinen und grossen Fans. «Es ist immer schön, wenn die Menschen Interesse an einem haben», sagte Ehammer.
Vor knapp zwei Monaten schrieb der 26-jährige Appenzeller Schweizer Sportgeschichte: Im polnischen Toruń, rund 200 Kilometer nordwestlich von Warschau, wurde er Siebenkampf-Weltmeister. Dabei übertraf er auch den Weltrekord von Asthton Eaton, den der US-Amerikaner 2012 in Istanbul aufgestellt hatte, um 25 Punkte. «In der Vorbereitung auf die WM haben wir gewusst: Die Form ist so gut wie nie», so Simon Ehammer. Das Ziel war der Europarekord, den er letztes Jahr an sich gerissen hätte. Allerdings hatte noch ein anderer Konkurrent mehr Punkte gesammelt.
Entscheidender Faktor war der Stabhochsprung
«Nach dem Hürdenrennen wussten wir: Jetzt sind wir in einer Dimension, in der es richtig hoch gehen kann», so Ehammer. Schlussendlich war der Stabhochsprung der entscheidende Faktor zum Titel: «Wäre ich dort bei 5,10 Metern herausgefallen, hätte ich im abschliessenden 1000-Meter-Rennen eine Zeit laufen müssen, die nicht mehr im Bereich des Möglichen gelegen wäre.»
Den Gesa-Cup kennt er von früher: «Ich war schon eine Weile nicht mehr in Altstätten. Meine Vorfreude auf heute war riesig», sagte Ehammer. Er lachte und sagte: «Als ich die Wettervorhersagen sah, war ich einen Moment lang weniger begeistert. Aber es war ja schlussendlich doch weniger nass als angenommen.» Der Gesa-Cup mit seinen Begebenheiten biete ihm die Möglichkeit, professionell aufzuwärmen und zu springen, so Ehammer. Die nächsten Stationen des Appenzellers sind die anstehenden Meetings in Zofingen und Götzis.
Und schon warteten wieder ein paar Kids, um ein Autogramm zu ergattern. Es ist offensichtlich: Seit gestern hat der sympathische Schweizer Leichtathletik-Superstar im St. Galler Rheintal bestimmt noch einige Fans mehr.
«Vorfreude war riesig»: Ehammer zurück am Gesa-Cup