Motorsport vor 1 Stunde

Walter Tanner fuhr für Jim Clark und Alex Zanardi

Am letzten Wochenende fand das ADAC Hockenheim Historic statt. Der Anlass findet zu Ehren von Jim Clark statt, des 1968 verstorbenen doppelten Formel-1-Weltmeisters. Auch am Start war ein Motorsportler aus Heerbrugg.

Von Elio Crestani
aktualisiert vor 1 Stunde

Das Wetter zeigte sich am zweiten Mai-Wochenende von seiner schönsten Seite. Viele frühere Formel-1-, Formel-2-, Formel-3- und Tourenwagen-Piloten erwiesen Jim Clark auf der ehemaligen F1-Strecke in Baden-Württemberg die Ehre. Die Zeit schien stillzustehen, an der Rennstrecke fühlte man sich in die goldene Ära des Sports im späten 20. Jahrhundert zurückversetzt.

Im Volksmund nennt man die beliebte Veranstaltung «Jim Clark Revival». In diesem Jahr wäre der Schotte, der als grösstes Talent der 1960er-Jahre galt, 90-jährig geworden. Der Event, der historischen und modernen Rennsport miteinander verband, lockte über 45'000 Besucherinnen und Besucher an den legendären Hockenheimring. Dabei war auch der Heerbrugger Walter Tanner mit seinem Formel-3-Dallara-Fiat. Damit brachte er ein Juwel nach Deutschland. In den 1990er-Jahren wurde der Dallara in Italien zum schönsten F3-Fahrzeug gewählt.

Walter Tanner unterwegs auf dem Hockenheimring.
Walter Tanner unterwegs auf dem Hockenheimring.
Bild: dream-xmcars.ch

Gemeinsam mit Walter Tanner reiste auch der Auer Fritz Sturzenegger nach Hockenheim. Als MFK-Disponent und Fahrer im historischen Motorsport weiss er, wo er Hand anlegen muss, um Walter Tanner bei den Vorbereitungen für die Demo-Fahrten behilflich zu sein. In seinem Dallara-Fiat fuhr Tanner nicht nur im Gedenken an Jim Clark, sondern auch zu Ehren von Alex Zanardi. Die Kenner betrachteten Tanners Dallara mit feuchten Augen. Der baugleiche Fiat-Motor stammt aus der gleichen Küche wie Zanardis Alfa-Romeo-Motor.

1990 hatte der äusserst beliebte Alex Zanardi in einem Dallara-Alfa Romeo die Formel-3-Meisterschaft gewonnen. Elf Jahre später verunfallte er bei einem Rennen der Cart-Serie auf dem Lausitzring so schwer, dass ihm beide Beine amputiert wurden. Am 1. Mai 2026 ist Zanardi, der weiterhin eine grosse Inspiration war, verstorben. Der Italiener gewann in seiner sportlichen Laufbahn auch nach dem Unfall Medaillen: Als Handbiker holte er paralympisches Gold, dazu kamen drei Siege in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft mit Handgas.