Das fasnächtliche Musizieren aus voller Kehle erinnert mich an drei Geschichten Israels.Seit mehr als 2500 Jahren erzählen sich Juden, dann auch Christen, Geschichten aus grauer Vorzeit. Einst habe beim Durchzug durch die Wüste Gott Jahwe auf dem Berg Sinai «mit donnernder Stimme aus dem Feuer» zu Mose gesprochen und ihm die Zehn Gebote gegeben.
Dabei habe das ganze Volk erlebt, «wie es donnerte und blitzte, wie Hörner erklangen und der Berg Sinai rauchte» (2. Buch Mose, 20,18). Welch eine Vorstellung einer göttlichen Machtdemonstration!
Und bei der Einweihung des Tempels Salomo wird die musikalische Begleitung so beschrieben: «Die Tempelsänger waren vollzählig zugegen. Sie trugen Gewänder aus feinem weissen Leinen und sie standen mit ihren Becken, Harfen und Lauten an der Ostseite des Altars. Ihnen zur Seite standen hundertzwanzig Priester mit Trompeten. Diese setzten gleichzeitig mit den Sängern, den Becken und anderen Instrumenten ein. Es klang wie aus einem Mund, als sie alle miteinander den Herrn priesen mit den Worten: »Der Herr ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!« (2.Chronik 5).
Und eine noch etwas jüngere Erzählung aus dem 4. Jahrhundert vor Chr.: Nach der Babylonischen Gefangenschaft erlaubte der persische König Kyros den verschleppten Priestern von Jerusalem, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Endlich daheim, begannen sie sofort unter Serubbabel, den zerstörten Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Als die Bauleute das Fundament gelegt hatten, wurde ein Fest gefeiert. Die Priester kamen mit Trompeten und Zimbeln, um Gott, den Herrn, zu preisen. «Und das ganze Volk erhob ein lautes Jubelgeschrei zum Preis des Herrn.» (aus dem Buch Esra, Kapitel 3). Mich faszinieren diese Geschichten. Überschäumende Freude aus voller Kehle!)
Sie sind auch eine Anfrage an mich, vielleicht auch an Sie: Wann habe ich das letzte Mal vor Freude geschrien? Kenne ich einen Freudenschrei als Lobpreis Gottes? Ein Jubeln vor Gott – wie der Psalm 150 dazu einlädt: «Lobt Gott mit Hörnerschall, lobt ihn mit Harfen und Lauten! Lobt Gott mit Trommeln und Freudentanz, mit Flöten und mit Saitenspiel! Lobt Gott mit klingenden Zimbeln, lobt ihn mit schallenden Becken! Alles, was atmet, soll den Herrn rühmen! Preist den Herrn – Halleluja!» Ihnen eine fröhliche Fasnachtszeit!
Was Fasnachtsjubel mit Mose, dem Tempelbau und Gotteslob verbindet