Fussball • vor 52 Minuten

Was für eine Leistungssteigerung! Altstätten besiegt Uzwil 3:2

Es war ein Spiel mit zwei so unterschiedlichen Halbzeiten wie man es selten sieht: Nach einer schwachen ersten Hälfte drehte Altstätten auf und gewann gegen Uzwil dank eines Hattricks von Egzon Shabani mit 3:2.

Von rez
aktualisiert vor 35 Minuten

«Jetzt müssen wir die Zweikämpfe annehmen, wir stehen viel zu weit weg», rief der Altstätter Linksverteidiger Yanik Lüchinger in der 17. Minute. Er lag richtig: Ein Wimpernschlag zuvor waren die Gäste in Führung gegangen. Dies, weil Uzwils Ensar Hajrovic einen Einwurf im Altstätter Strafraum völlig unbedrängt annehmen konnte. Er spielte weiter auf Thomas Fraga, der aus kurzer Distanz das 1:0 für die Gäste erzielte. Es war ein verdientes Tor, beklagten die Fürstenländer doch schon nach drei Minuten zwei Lattenschüsse.

Altstätten versteckte sich nicht, suchte die Vertikale. Doch gegen die Uzwiler Abwehr gab es kein Durchkommen. Die Gäste zeigten, weshalb sie die zweitbeste Defensive der Ligag stellen: Kaum kam ein Altstätter vorne an den Ball, waren zwei Gegner dort und trennten ihn davon. Dazu kam, dass die Gastgeber wenig Ballsicherheit hatten und nach vorne vieles Stückwerk blieb. Eine Ausnahme gab es nur in der 31. Minute, als Egzon Shabani lanciert wurde, aber nur den Pfosten traf.

Komplett verwandelter FCA dreht das Spiel

Die Gäste hatten noch mehr Möglichkeiten, machten daraus aber zu wenig. So blieb es beim 0:1 zur Pause – was aus Altstätter Sicht zu diesem Zeitpunkt das Beste am Spiel war. «Ich habe in der Pause gesagt, dass wir die Zweikämpfe nicht annehmen, zu weit weg stehen und nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten», sagte Trainer Thomas Koller nach dem Spiel. Und: «Wenn wir das ändern, können wir dieses Spiel noch gewinnen. Wenn nicht, wird es bitter.»

Altstätten zeigte danach nicht nur eine Reaktion, sondern eine fast beispiellose Steigerung. Voran ging Egzon Shabani, der Topskorer, der sich in der ersten Halbzeit oft sehr weit zurückfallen lassen musste, um an den Ball zu kommen. Nach der Pause war das anders, und er konnte seine grossen Qualitäten ausspielen. Dabei profitierte er in der 50. Minute auch von einem groben Fehler von Uzwil-Goalie Jannis Link, der ihm den Ball in die Füsse spielte. Shabani – ein erfahrenen Stürmer und Torjäger – liess sich nicht zweimal bitten und erzielte das 1:1. Und nur zwei Minuten später brachte Shabani die Städtli-Elf in Führung. Er eroberte den Ball, setzte sich gegen zwei Uzwiler durch und traf mit einem präzisen Schuss zum 2:1.

Verwunderung auf der Gesa und ein neuer Fokus

Die rund 150 Zuschauerinnen und Zuschauer rieben sich verwundert die Augen: Der FCA hatte ein Spiel gedreht, bei dem er zuvor nur in der Statistenrolle war. Und plötzlich klappten auch die einfachen Dinge, Altstätten strahlte deutlich mehr Sicherheit aus als noch zuvor. Die Gastgeber stürmten weiter nach vorne, Mehmet Sefa Gaye traf das Aussennetz. Besonders ereignisreich war die zweite Hälfte nicht, Altstätten kontrollierte den Vorsprung. Und baute ihn aus: Nach einem sehenswerten Zuspiel mit extrem starkem Timing von Thierry Langenegger machte Shabani seinen Hattrick perfekt und traf zum 3:1.

In der 86. Minute schoss die Abwehr dann einen Bock und es wurde nach dem 2:3 durch Fabio Moser nochmals spannend. Dann kam der junge Zuzug Nico Broder, der beinahe das 4:2 erzielt hätte, doch diesmal war Link auf dem Posten und lenkte den Ball sensationell über die Latte. Mehr geschah nicht und Altstätten feierte im siebten Spiel seinen dritten Sieg. «Jetzt gilt es, uns gut auf die Partien gegen Seuzach und Frauenfeld vorzubereiten. Wir wollen auch mal auswärts etwas reissen und die nächsten drei Punkte holen», sagte Thomas Koller. Tritt der FCA so auf wie in der zweiten Hälfte gegen Uzwil, ist das nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich.

Altstätten – Uzwil 3:2 (0:1)
Tore: 17. Fraga 0:1, 50. Shabani 1:1, 52. Shabani 2:1, 79. Shabani 3:1, 86. Moser 3:2.
Altstätten: M. Eugster; Liiro, Ybrah, Pavis, Lüchinger (56. S. Eugster); Zulic (75. Mustafi), Stüdli, Sefa Gaye (86. Broder), Aliu, Langenegger; Shabani.
Gelbe Karten: 31. Pavis – Uzwil 1.