Christlich vor 1 Stunde

Was noch auf uns zukommt: Der Glaube verpflichtet gerade jetzt zum Handeln

Klimakrise, globale Machtspiele und wachsende Ungerechtigkeit prägen die Gegenwart. Während politische und wirtschaftliche Eliten über Risiken diskutieren, bleibt die Frage offen, wer Verantwortung übernimmt. Glaube ist kein Rückzugsort – er fordert zum Handeln heraus, gerade jetzt.

Von Renato Tolfo, Pfarrer
aktualisiert vor 1 Stunde

Unübersehbar und unüberhörbar war in den vergangenen Tagen, dass sich viele Mächtige dieser Welt aus Politik und Wirtschaft in Davos getroffen haben. Globale Risiken wie Klimawandel, Handelskriege und Desinformation standen zur Debatte. Der Aufruf zu mehr Zusammenarbeit stiess hingegen auf weniger Interesse. Wie viel wir uns von den Reden und den Treffen für die Zukunft erhoffen dürfen, ist – wie so oft – unklar.

Klar ist, dass die Energiewende uns zunehmend beschäftigen muss. Die Erderwärmung verändert unsere Welt mit dramatischen Folgen. Dass wir auf erneuerbare Energie setzen müssen, ist klar, aber das Wie und Wo nicht. Kurzfristiger Profit in Schwellenländern führt weiterhin zur Abholzung von Regenwäldern, was das Klima immer mehr verändern wird. Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Der Kampf um Ressourcen führt weltweit zu Konflikten.

Ursachen statt Symptomen bekämpfen

All das kann einen nicht unberührt lassen. Aber es ist einfacher, Symptome zu bekämpfen, statt die Ursachen. Damit gewinnt man politisch kaum Lorbeeren, scheinbar auch immer weniger Wahlen. Wie schnell wird eine christliche Grundhaltung herabgekanzelt, als naiv, weltfremd betitelt und in die Kategorie gestellt: Das schadet dem Wirtschaftsstandort. Und schon ist die Debatte um Ausbeutung und Menschenrechte vom Tisch.

Wer vor persönlichen existenziellen Herausforderungen steht, fragt sich ebenso: Wie soll es weitergehen? Was kommt noch alles auf mich zu? Gebe ich auf, oder habe ich die Kraft, durchzuhalten?

Der Glaube an Gott ist keine Garantie dafür, dass es im Leben gut geht. Doch die Bibel spricht davon, dass Gottes Liebe stärker ist als alles, was sich ihr in den Weg stellen will. Sie verschweigt nicht, dass unsere Welt voller Gewalt und Leid ist, dass Menschen unter der Last des Lebens zusammenbrechen können.

Unbequem und widerspenstig

Gott steht am Anfang und am Ende allen Lebens. Er ist es schlussendlich, der alles in der Hand hat, über dieses Leben hinaus. Wer Jesus nachfolgt, der für das Leben eingestanden ist, für die Ausgeschlossenen und Benachteiligten, der soll auch heute für diejenigen eintreten, die von den Machthabern unserer Welt übersehen oder unterdrückt werden.

Der soll unbequem sein und widerspenstig. Wer dem nachfolgt, der Leben in Würde für alle propagiert hat, der darf heute nicht Strukturen hinnehmen, die die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinandergehen lassen. Der setzt sich ein für diejenigen, die in Angst und Armut geraten, deren Leben in Not gerät, die Grund und Perspektive verlieren.

Der Weg zur Veränderung der Welt fängt nicht bei den anderen an, sondern bei mir selbst. Nicht es muss anders werden, sondern ich muss konsequent sein im Denken und Handeln, damit es anders wird in dieser Welt.

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