Christlich vor 5 Stunden

Weltfrieden ist kein Kindertraum, er ist ein Auftrag

Viele halten ihn für unrealistisch – doch ein friedliches Zusammenleben ist kein naiver Wunsch, sondern eine Aufgabe, die politisches Handeln, Mut und Ausdauer verlangt.

Von Elias Meile, Seelsorger
aktualisiert vor 3 Stunden

Weltfrieden. Teilnehmerinnen von Schönheitswettbewerben und Kindergartenschüler wünschen sich ihn gleichermassen. Aus ihren Mündern klingt uns das etwas gar naiv. Zu abgestumpft sind wir geworden und wagen gar nicht mehr, uns etwas derart Grosses zu wünschen. Zu gross, zu weit weg und vor allem: zu weltfremd klingt dieser Wunsch in unseren Ohren. Weltfrieden, wie soll dieser schon möglich sein? Lieber wollen wir uns stattdessen etwas in Griffnähe wünschen, damit wir auch sicher nicht enttäuscht werden, sollte unser Wunsch am Ende doch nicht in Erfüllung gehen.

In ihrer unendlichen Naivität wagen sie aber, etwas über die Lippen zu bringen, was eigentlich alle Menschen gerne aussprechen würden: Wir wünschen uns doch zutiefst, dass die Menschen auf unserem Planeten ihre Kräfte nicht dafür einsetzen, sich gegenseitig zu bekämpfen, sondern um miteinander an einer besseren Welt zu bauen.

Das Verlangen nach einer Welt ohne Krieg ist zutiefst menschlich, und deshalb ist es auch nicht neu. Darauf weisen beispielsweise die Geschehnisse hin, an die sich Christinnen und Christen auf der ganzen Welt am Palmsonntag erinnern, an diesem Fest, das jedes Jahr eine Woche vor Ostern begangen wird: Die Evangelien berichten uns davon, wie in jener Zeit Menschenmassen an den Strassenrändern von Jerusalem gestanden und einem Mann namens Jesus von Nazareth zugejubelt haben, der zwischen ihnen hindurch auf einer jungen Eselin in die Stadt hineingeritten ist.

Hätte man diese Leute damals befragt, was sie sich von diesem Mann denn erhofften, dann hätten mit Sicherheit viele zur Antwort gegeben: Weltfrieden. 

Während unzähliger Generationen haben sie und ihre Vorfahren auf diesen Mann gewartet, den sie als den Messias bezeichnen und auf dem für sie eine unfassbare Hoffnung liegt: dass er nicht weniger als den Frieden in die Welt bringen möge.

Der heutige Blick in diese Welt, gerade auch im nächsten geografischen Umfeld der berichteten Geschehnisse, beweist untrüglich, dass der Weltfrieden immer noch nicht Realität geworden ist. Wie wollen wir damit umgehen? 

Damals wie heute ist es nur schwer auszuhalten, dass der Frieden nicht so und vor allem nicht so schnell in die Welt kommt, wie wir es uns gerne wünschten.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich, trotzdem zu kämpfen: nicht gegen Menschen, sondern für den Frieden. Dieser beginnt im Kleinen, direkt bei uns. Und es lohnt sich, allen anderslautenden Anzeichen zum Trotz darauf zu vertrauen, dass wir in dieser Welt nicht allein sind.