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Windenergie: Erste Resultate aus Eignungsgebieten im Vorderland

Im Appenzeller Vorderland konkretisieren sich die Pläne zur Nutzung der Windenergie: Erste Messungen zeigen, wo Anlagen möglich sind – und wo nicht. Während ein Standort weiterverfolgt wird, hat sich ein anderer als ungeeignet erwiesen.

Von pd
aktualisiert vor 1 Stunde

Die Appenzeller Wind AG hat erste Ergebnisse aus Windmessungen in mehreren Eignungsgebieten im Kanton Appenzell Ausserrhoden vorgelegt. Während ein Gebiet weiterverfolgt werden soll, fällt ein anderes aufgrund ungenügender Windverhältnisse weg.

Projekt Gstalden mit Perspektive

Wie die Appenzeller Wind AG mitteilte, prüft das Unternehmen seit der Aufnahme von sechs Eignungsgebieten in den kantonalen Richtplan im Jahr 2025 das Potenzial für Windenergieanlagen. Im Fokus stehen unter anderem Standorte im Appenzeller Vorderland, darunter die Gebiete Gstalden sowie Honegg/Ruppen Nord.

Im Eignungsgebiet Gstalden, das sich über Teile der Gemeinden Heiden und Wald erstreckt, wurden zwischen November 2024 und Februar 2025 Windmessungen durchgeführt. Diese ergaben eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5.34 m/s. Laut Unternehmen liegt dieser Wert «geringfügig unter den sehr guten Verhältnissen» des nahegelegenen Projektgebiets in Oberegg. Unter Berücksichtigung von Abständen zu Wohngebäuden, Schutz von Wasserquellen und Gelände seien voraussichtlich zwei Anlagen mit einer Nabenhöhe von rund 139 Metern und einem Rotordurchmesser von etwa 138 Metern möglich.

Das Gebiet Gstalden ist im Richtplan als Reservegebiet (Priorität B) eingestuft. Projekte könnten frühestens fünf Jahre nach Eintrag geprüft werden, also ab etwa 2030. Die Appenzeller Wind AG hat dennoch bereits erste Landreservationsverträge mit Grundeigentümern abgeschlossen und beabsichtigt, das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt weiterzuverfolgen.

Honegg/Ruppen Nord fällt weg

Anders präsentiert sich die Situation im Gebiet Honegg/Ruppen Nord im Raum Trogen und Wald. Dort wurden von November 2025 bis Februar 2026 ebenfalls Messungen durchgeführt. Mit durchschnittlich 4.79 m/s sowie ungünstigen Strömungsverhältnissen – bedingt durch Windschatten, Verwirbelungen und starke Windscherungen – erweist sich der Standort laut Mitteilung als ungeeignet. «Die Grenzwerte für die Realisierung der aktuell erhältlichen Windenergieanlagen werden um ein Mehrfaches überschritten», hält das Unternehmen fest. Der Verwaltungsrat hat deshalb entschieden, dieses Projekt nicht weiterzuverfolgen.

Weiter nördlich im gleichen Gebiet wären die Windverhältnisse zwar besser, doch sprechen laut Unternehmen Abstände zu bestehenden Anlagen, Siedlungen sowie Moorschutzbestimmungen gegen eine Realisierung.

Messungen am Suruggen laufen

Parallel dazu laufen seit Februar 2026 Windmessungen im Gebiet Suruggen/Sommersberg. Die Resultate dieser dreimonatigen Untersuchung werden im Juni erwartet und sollen eine weitere Entscheidungsgrundlage liefern.

Die bisherigen Abklärungen zeigen, dass die Nutzung von Windenergie im Appenzeller Vorderland stark von lokalen Gegebenheiten abhängt. Während einzelne Standorte Potenzial aufweisen, erweisen sich andere trotz grundsätzlicher Eignung im Richtplan als nicht realisierbar. Die weiteren Entwicklungen dürften somit auch für die regionale Energieplanung von Bedeutung sein.