Leidenschaft • 27.03.2026

Zwischen Leben und Musik: Marvin Sgier träumt von der grossen Bühne

Für Marvin Sgier ist Musik mehr als ein Hobby. Der Eichberger erzählt vom Songwriting, seiner ehemaligen Band und davon, warum ihn die Bühne nicht mehr loslässt.

Von Ilaria Biagini
aktualisiert am 17.08.2026

Musik begleitet Marvin Sgier seit seiner Kindheit. Bereits mit sieben Jahren begann er, E-Gitarre zu spielen. Auf Wunsch seiner Mutter, die ihm zunächst Grundlagen näherbringen wollte, lernte er zuerst Blockflöte. Auch das Schlagzeug kam später infrage, doch geblieben ist er bei der Gitarre. Seine ersten Erfahrungen mit dem Songwriting sammelte er während der Kantonsschulzeit mit seiner Band «SCHIRM». Er stand unter anderem im Stoffel in Widnau sowie an der Staablueme in Altstätten auf der Bühne. «Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt», sagt er. Für ihn war früh klar, dass er weitermachen will.

Auf der Suche nach dem eigenen Sound

Nach einer Bandpause begann Marvin, eigene Songs zu schreiben. Zwar hatte er bereits mit «SCHIRM» daran gearbeitet, doch diesmal wollte er den Prozess alleine durchlaufen. Sein erster Song «On Read» entstand im Rahmen seiner Maturaarbeit. Ursprünglich sollte jemand anderes singen. Schliesslich stand er aber selbst am Mikrofon.

Beim Songwriting arbeitet er intuitiv: Zuerst entsteht die musikalische Grundlage, danach sucht er passende Worte zur Stimmung. Stilistisch bleibt er offen, wenn auch mit Grenzen: «Es ist eher unwahrscheinlich, dass ich anfange zu rappen.» Sein Schwerpunkt liegt insbesondere auf Pop, Rock und Folk.

Die Aufnahmen entstehen bei seinem ehemaligen Schulkollegen Gil, mit dem Marvin bereits bei «SCHIRM» spielte. Dessen Vater betreibt ein Studio zu Hause, das er nutzen darf. Auch live begleitet ihn Gil weiterhin an der Gitarre. Vor Auftritten kreisen seine Gedanken vor allem um die Technik: «Hoffentlich funktioniert alles Technische. Ich habe nicht das teuerste Equipment, und es ist schon passiert, dass ein Effektgerät während des Spielens ausgeschaltet war.»

Zwischen Nervosität und Vorfreude

Kurz bevor er auf die Bühne tritt, wärmt er seine Finger auf und konzentriert sich aufs Spiel. Hemmungen kennt er keine. Die Nervosität verwandelt sich schnell in Vorfreude. Sein bisheriges Highlight als Solokünstler war ein Auftritt im Dornbirner Club Conrad Sohm. Mit «SCHIRM» zählt für ihn die Staablueme in Altstätten zu den Höhepunkten. Auch die selbst organisierten Konzerte im Stoffel bleiben ihm in Erinnerung: «Das waren Abende mit unserem Publikum, das wir schon kannten. Es waren viele Kollegen dabei und es war allgemein etwas lockerer.» Langfristig möchte Marvin von der Musik leben, idealerweise mit Auftritten auf grossen Bühnen vor viel Publikum. Diesbezüglich hat er sich ein Ziel gesetzt: «Am Szene Openair in Lustenau am Alten Rhein auftreten zu dürfen würde mich wirklich sehr freuen.» 

Zwischen Alltag und Ambitionen

Abseits der Musik führt der 19-Jährige ein Leben wie viele andere Gleichaltrige. Er verbringt Zeit mit Freunden, seiner Freundin und seiner Familie und geht gerne aus. Seit einigen Jahren betreibt er zudem den Sport American Football. Aktuell absolviert Marvin seinen Militärdienst, was ihm weniger Zeit für Musik lässt als gewöhnlich. Dennoch bleibt sein Fokus klar: «Ich versuche, Musik an erste Stelle zu setzen und aktiv an meiner musikalischen Karriere zu arbeiten.» Früher konnte sich Marvin vorstellen, die Polizeischule zu besuchen. Auch wenn das immer noch ein beruflicher Weg wäre, den er sich vorstellen kann, ist das heute Plan B.