Rund 100 Besucherinnen und Besucher sorgten für ein volles Haus; ein klares Zeichen für das grosse Interesse an diesem besonderen Thema, bei dem das Unaussprechliche zur Sprache kommt. Die 54-jährige Autorin Doris Büchel – gebürtige Werdenbergerin, heute im Fürstentum Liechtenstein wohnhaft – erwies sich dabei als äusserst sympathische Persönlichkeit. Natürlich und mit wohltuender Offenheit trat sie vor das Publikum und nahm es mit Wärme und Authentizität mit in ihre bewegende Arbeit. Fast hatte man das Gefühl, eine gute Freundin erzähle aus ihrem Leben.
Doris Büchel ist mittlerweile hauptsächlich im Hospiz tätig, deshalb geht es auch in ihrem Buch um ein sensibles und bedeutsames Thema. Sie schreibt Briefe für Menschen am Lebensende. Für jene, die ihre letzten Wünsche, Gedanken oder Botschaften an Verwandte und Bekannte weitergeben möchten, dazu aber selbst nicht mehr in der Lage sind. Es sind Worte des Abschieds, der Versöhnung, der Liebe und der Dankbarkeit. Worte, die bleiben.
Während der Lesung war es denn auch mucksmäuschenstill. Man spürte das Interesse und das Mitgefühl im Raum für diese Einblicke in eine Arbeit, die viel Empathie, Respekt und Herz erfordert. Büchels Buch berührt allerdings, ohne zu beschweren. Sie erzählt darin zwar von Abschieden, aber ebenso vom Leben und von der Kraft ehrlicher Worte. Zum Schluss gab es einen grossen, warmen Applaus. Ein verdienter Lohn für die Autorin und für den gelungen organisierten Abend in der biblioRii Bibliothek Oberes Rheintal.
Riesiges Interesse an der Lesung von Doris Büchel