In den frühen Morgenstunden des 5. Juli machte sich eine kleine Gruppe auf den Weg zum höchstgelegenen Wallfahrtsort Europas. Während unten im Tal der Tag erst langsam erwachte, führte die Fahrt in Richtung Val Surses. Auf der Alp Munter begann der Aufstieg zu Fuss – hinein in die eindrückliche Bergwelt am Fusse des Piz Curvér. Erste Sonnenstrahlen brachen über die Gipfel und verliehen dem Weg eine besondere Ruhe und Klarheit.
Der Aufstieg oberhalb der Waldgrenze forderte Kondition und Ausdauer, doch mit jedem Schritt wuchs die Vorfreude. Nach gut anderthalb Stunden war die Wallfahrtskirche erreicht. Dort wurden die Teilnehmenden herzlich empfangen und mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet gestärkt. Die Anstrengung des Aufstiegs trat rasch in den Hintergrund, Gespräche kamen in Gang und die Gemeinschaft wurde spürbar. Bald darauf rief die Kirchenglocke zur Heiligen Messe – dem geistlichen Höhepunkt des Tages. Die Marienlieder in deutscher und romanischer Sprache verliehen der Feier eine besondere Tiefe und Verbundenheit. In seiner Predigt legte Paul Schlienger, Custos von Ziteil, das Sonntagsevangelium aus. Mit dem Wettersegen in lateinischer Sprache und dem Wallfahrtslied von Ziteil fand der Gottesdienst seinen würdigen Abschluss.
Bei sonnigem Wetter führte der Weg am Mittag zurück zur Alp Munter. Erfüllt von vielen Eindrücken trat die Gruppe die Heimreise an. Der Tag wird allen noch lange in guter Erinnerung bleiben.
Von der Nacht in den Tag wallen