Es mochte bei den fast 100 Teilnehmerinnen Unbehagen, Ärger oder Freude ausgelöst haben, dass das «Frauenfrühstück» neu im Kirchgemeindehaus durchgeführt wurde. «Danke, dass ihr den Umzug mitgemacht habt», sagte Petra Hautle vom Vorbereitungsteam. Mit den Worten hatte sie die Frauen direkt ins Thema geleitet: «Gefühle sollen kein Störfaktor sein, sondern in uns leuchten.»
Referentin war Monika Liechtli aus Maladers bei Chur. Die Kinderbuchautorin und Dozentin für psychische Gesundheit an der Höheren Fachschule für Sozialpädagogik in Zizers zeigte auf, was es braucht, damit Gefühle ihre schöpferische Kraft entfalten können. «Mit Emotionen reagieren wir auf Signale von aussen oder innen», sagte sie. Mit ihnen reguliere man alles, was im Körper passiere.
Gefühle zu verdrängen, könne hilfreich sein. «Sie kommen vielleicht mit Wucht wieder hoch.» Wer hingegen in Empfindungen schmort und in Selbstmitleid verhaftet, versucht, die Verantwortung abzugeben. Ebenso kann man mit forcierter Positivität negative Gefühle leugnen oder still und allein ertragen.
Am Beispiel ihrer eigenen Biografie ermunterte Monika Liechtli die Frauen dazu, nach Wegen zu suchen, mit eigenen Gefühlen umzugehen, sie nicht als unangebracht und störend anzusehen: «Unverdaute Emotionen haben Einfluss auf das Wohlbefinden.»
Die Referentin stellte den Teilnehmerinnen alltagstaugliche Übungen vor. Diese helfen, innezuhalten, Empfindungen wahrzunehmen und auszudrücken. «Sucht euch Vertrauenspersonen, die euch zuhören, euch aushalten und mit euch Wut oder Freude teilen.»
Ihren Vortrag rundete Monika Liechtli mit einem innig vorgetragenen Segenswunsch ab. Sie sang ihn und berührte auch dort, wo das gesprochene Wort vorher nicht hingelangt war.
Was Monika Liechti sagt, verändert die Sicht auf eigene Gefühle komplett